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 persönliche Meinungen zu Epilepsiekliniken in Deutschland und Umg
Remi13 Offline




Beiträge: 69

01.11.2011 15:10
RE: Hegau Jugendwerk - Gailingen am Hochrhein antworten

..ich möchte hier etwas über unseren fast 6 wöchigen Aufenthalt im Hegau Jugendwerk berichten...

uns wurde nach der Gehirn-OP, die sich unsere Tochter in der Uniklinik Freiburg unterziehen musste, um Ihre Epilepsie zu besiegen, das Jugendwerk Hegau als einzige "gute" Rehaklinik angepriesen.

Wenn das Jugendwerk Hegau die einzigste gute Rehaklinik in Deutschland sein soll, dann möchte ich die anderen Einrichtungen nicht in Anspruch nehmen!

..es kann gut sein, das der äusserliche Eindruck dieser Reha-Klinik darunter gelitten hat, das wir gerade in den Sommerferien dort ankamen (und wg. diesen Ferien einige Mitarbeiter, wie Gärtner,Reinigungspersonal,ect Urlaub hatten),
jedenfalls machte das Erscheinungsbild der Einrichtung nicht den besten Eindruck.
die Gehwege waren mit Müll überhäuft, die Mülleimer und Papierkörbe, die man suchen musste, quillten über, und wurden höchstens wöchentlich geleert.

in einigen Gesprächen, die ich mit Eltern oder Patienten führte, die die Klinik schon aus den 90 Jahren kannten, erfuhr ich, das man das Personal , das für die Sauberkeit und das Aussehen des Aussengeländes zuständig war, von 6 Mitarbeitern, auf 2( wovon 1 nur halbtags beschaäftigt war)kürzte!
das sah man unter anderem dann auch daran, das man Blumenbeete ganz abgeschafft hatte, das der Rasen nicht gerade gepflegt aussah, und das sich die Bäume und Sträucher nach einer besseren Pflege sehnten.
Es kam sogar schon soweit, das ich als Begleitperson, an einem Wochenende gemeinsam mit einer Mutter eines anderen Patienten, in Eigenregie die Mülleimer am Raucherpoint leerte, und diese 2 vollen Säcke dann vor der Tür zur Verwaltung abstellte.
Es kann und darf nicht sein, das Mülleimer, die mit Eispapier, Kaffebechern und Essensresten gefüllt sind, und von "Wespenschwärmen" besiedelt wurden, über 14 Tage nicht geleert wurden! ( dort gab es Kinder, und auch geistig behinderte Patienten, die die Gefahr der Wespen garnicht wahrnehmen konnten!)
Schade, das solch ein tolles parkähnliches Gelände so unter einer Unterbeschäftigung und den ewigen Kürzungen im Sozialwesen leiden muss.

das war unser erster Eindruck, den wir von unserer Rehaklinik gewannen.

Unser Zimmer, das wir im Elternhaus(Haus D) bezogen, lag im 1.Obergeschoss, und war frisch renoviert, sehr ordentlich
und verfügte über ein seperates Bad und einen eigenen Fernseher.
alles was mit der unterbringung zutun hatte, war einwandfrei!
das zu diesem Zeitpunkt viele Patienten arabischer Herkunft in der Reha waren, dafür kontte die Einrichtung ja nichts.
Arabischer Herkunft deshalb, weil zu diesem Zeitpunkt gerade der Fastenmonat Ramadan im vollem Gange war,
diese Menschen tagsüber ruhten, und Nachts dann "Party" machten!

Auch an den Freizeitaktivitäten, die in dieser Einrichtung angeboten wurde, gab es nichts auszusetzen.
Ausser, das der Freizeitkeller, der unter der Woche täglich ab 18.00Uhr bis 22.00Uhr geöffnet hatte, gerade Freitags und Samstags geschlossen hatte!
also, auch gerade deshab, war es dort am Wochenende total langweilig.
Ausser, man unternahm Ausflüge in die näherer Umgebung, nach Singen oder nach Zürich.
Wer auf sonnenbrand und kaltem Wasser stand, konnte auch das Strandbad am Oberrhein an Anspruch nehmen, nur durften dort Patienten aus Versicherungsgünden nicht ins Wasser gehen!
Was noch sehr positiv war, war die eigene Schule, die diese Rehaeinrichtung anzubieten hatte.

das, was ich an dieser Einrichtung auszusetzen oder zu kritisieren habe, war die ärztliche Betreuung, und verschiedene Rehamassnahmen.

das Jugendwerk Hegau mag für Komapatienten, und gerade für die, die wieder zuück ins normale Leben finden möchten, das A und O in Deutschland sein, aber für Epilepsiepatienten gibt es dort noch eine Menge, was man verändern oder verbessern könnte.
ich möchte die einzelnen Rehamassnahmen auch erst garnicht als Laie, der ich bin, kritisieren.
Ich möchte nur meine eigene Empfindung wiedergeben, und die war so, das wir uns in Kehl-Kork, gerade was den Umgang mit Epilepsiepatienten anbelangt, zigmal besser aufgehoben fühlten!

der 2. Kritikpunkt, den ich habe betrifft das Organisatorische, was zwischen der Einrichtung, den Krankenkassen als Kostenträger und den Begleitpersonen abging!

Ich befand mich z.b. schon fast 5 Tage zulange in der Einrichtung, und erfuhr dann erst, das für mich keine Kostenübernahme seitens der Krankenkasse mehr gegeben wäre.
5 Tage waren immerhin 225,- Euro, die ich aus eigener Tasche zahlen sollte!

der 3.Kritikpunkt betrifft das Essensangebot für Angehörige und Patienten.
hier kann diese Einrichtung noch eine Menge von jeder anderen Grossküche, was die Essenszubereitung, die Auswahl und den Geschmack anbelangt, lernen!

das Jugendwerk Hegau ist sicherlich eine gute Rehaeinrichtung, aber auch diese Einrichtung ist nicht perfekt!

Remi

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