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Bananaberry92 Offline



Beiträge: 134

24.03.2010 17:48
RE: Familie Antworten

Hallo,

ich muss jetzt einfach mal wieder ein neues Thema aufmachen. Es ist einfach immer wieder was neues und eins der beiden Dinge gehört hier zwar nicht direkt her, aber ich schreib jetzt einfach mal beides. Die, die meine Vergangenheit kennen und so auch zum Teil die Familienverhältnisse, die werden das ein oder andere schon wissen.

Ich habe einen Cousin in den USA der nur etwa 1 Jahr jünger ist als meine Schwester und ich. Seine Mutter ist psychsich krank, sein Vater hat sich vor ca. einem dreiviertel Jahr umgebracht. Es war für alle ein Schock, aber besonders für meinen Cousin. Mein Cousin hat noch einen kleinen Bruder (8 Jahre), dem es aber gut geht und der auch recht glücklich zu sein scheint. Er ist so ein richtiger Sonnenschein.

Es fing bereits kurz nach dem Tod des Vaters an, dass sich der Große noch mehr zurückzog, als er es vorher schon getan hatte. Er war immer ein sehr einsilbiges, stilles und zurückgezogenes Kind, ich kenne ihn nur so. Ich konnte nie beurteilen, ob ihn was freut oder nicht, er zeigt keine Gefühle, frisst alles still in sich rein. Das tut mir auch sehr weh, ihn so unglücklich zu sehen. Er hat keine Freunde, er ist alleine. Seit sein Vater tot ist, versucht er sich um seinen Bruder zu kümmern, denn die Mutter ist psychisch krank, kann sich nicht um ein Kind kümmern. Das konnte sie noch nie, hat aber trotzdem diese 2 Kinder.

Seit der Vater der Jungs tot ist, rutscht der Große immer mehr auf die schiefe Bahn. Erst sah es so aus, als würde es der Mutter besser gehen und sie würde in der Lage sein richtig und falsch abzuwägen. Aber das hat sich wieder geändert, sie lässt keinen an die Familie ran.

Der Große hatte im Laufe des letzten Jahres irgendwann angefangen Drogen in seinem Zimmer anzupflanzen und dann zu konsumieren, um was es sich hier genau handelt, weiß ich nicht. Die Familie lebt in einem sehr heruntergekommenen Haus, das ist wirklich schlimm. Der Große wohnt im nicht ausgebauten Keller. In der Mitte seines Zimmers ist wohl so ein Abfluß. In seiner Not (keiner weiß, was ihn getrieben hat) soll er sich durch diesen Abfluß unter dem Grundstück durch bis nach draußen gebuddelt haben, unvorstellbar!!!

Das Problem für mich liegt im Moment darin, dass meine Schwester sich da immerzu einmischt. Dazu soll gesagt sein: Meine Schwester will immer die Welt retten! Aber wir alle, sollten uns, meiner Meinung nach, aus dem ganzen raushalten. Wir können positiv auf ihn wirken, wenn er uns anmailt. Aber meine Schwester kann nicht einfach sagen, dass er sich einen Pass besorgen soll und eben mal nach Deutschland kommen soll. Das, was meine Schwester zu ihm sagt, was er tun soll, ist komplett entgegen allen Maßnahmen, die man zu seinem Schutz dort ergriffen hat.

Der Junge will sich umbringen, er nimmt schon Antidepressiva. Da kann keine Mindy (meine Schwester) was machen. Nein, sie muss sich raushalten!!! Ich häng jetzt genau dazwischen. Meine Schwester baut den ganzen Mist und wird von ihrer Mutter fertig gemacht, weil sie ihr klarmachen will, dass sie sich raushalten soll. Ich versuche meiner Schwester das aber auf einer netteren Art und Weise rüberzubringen und ich stehe noch mit den Amis in Kontakt, weil die meiner Schwester eigentlich nur gesagt haben, dass wir positiv auf ihn einwirken sollen, wenn er ein Gespräch beginnt. Das heißt aber noch lange nicht, dass meine Schwester hier die Welt retten soll. Sie hat schon mit x Leuten gesprochen, wo der Junge hin kann, wenn er nach Deutschland kommt, wie man ihm hilft und wie man es finanziert. Das ist dumm, was meine Schwester da macht!!!

Der Junge will sich doch absetzen, weg von dort, weg aus dem Ort, in dem er gelebt hat. Er wird psychologisch betreut, der braucht nicht noch eine Mindy. Der Junge ist krank!!! Es ist, so hart es klingt, seine Entscheidung, ob er sich umbringt oder nicht. Daran können wir nichts ändern (und wie heißts doch so schön: Reisende soll man nicht aufhalten). Der Junge hat viel mitgemacht in seinem ganzen Leben. Es kommt natürlich auch immer alles zusammen. Er hat unheimlich Verlustängste. Mein Vater (sein Onkel) und seine Frau haben sich vor kurzem getrennt. Das ist wohl sehr schwer für ihn. Die Tochter der Frau ist in seinem Alter und mit ihr hat er sich gut verstanden. Aber die beiden haben den Kontakt total zur Familie abgebrochen und der Junge leidet darunter. Ich verstehe das alles und mir geht das alles auch sehr nah, aber ich kann nichts tun für ihn. Ich hoffe nur, dass er die für sich richtige Entscheidung trifft.

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Nun noch etwas.Es wär ja auch zu einfach, wenn es mal nur eine Sorge gäbe. Ich lebe ja bei meinen Großeltern, habe KEINEN Kontakt mehr zu meiner Mutter, was mir persönlich sehr weh tut, ich aber diesen Ärger und Kummer eher in mich reinfresse, weil ich keinen weiß mit dem ich reden könnte. Seit ich bei meinen Großeltern lebe, habe ich auch hauptsächlich mit meiner Uroma und der einen Schwester meiner Oma sehr viel Kontakt.

Meine Uroma ist ein riesen Sturkopf. Sie ist mit ihrer Schwester im Waisenhaus aufgewachsen, vielleicht hat sie das geprägt. Sie ist nun schon 86 und nicht mehr im besten Zustand. Sie hat aber selbst Schuld an ihrem Zustand.

Sie hat seit langem schon Probleme mit den Beinen, weil die Blutgefäße total verkalkt sind. Zu Ärzten will sie aber nie gehen. Nun hat sie seit 1 1/2 Jahren eine Entzündung am Fuß, aber sie ist nicht zum Arzt. Sie hat furchtbare Angst vor Schmerzen, obwohl sie ohne Arzt noch mehr Schmerzen hat. Vor kurzem ist dann der Arzt ins Haus gekommen (lebt alleine). Er hat sie dann vor die Wahl gestellt: Zu ihrer einen Tochter oder ins Krankenhaus. Gezwungendermaßen ist sie zu ihrer Tochter gezogen. Die Entzündung wurde mit Antibiotika behandelt, welches auch ganz gut angeschlagen hat.

Es muss wohl sehr schwer sein, mit ihr zusammen zu leben. Sie will keinem zur Last fallen. Zerschneidet ihre Wäsche um sich zu waschen. Sie nimmt keine Hilfe an, terrorisiert die anderen.

Der Arzt hat sie jetzt weiterhin immer wieder besucht. Vor einigen Tagen kam dann das raus, was wir alle gehofft haben, dass es nicht passiert. Die Entzündung ist auf den Knochen übergegangen. Sie muss operiert werden. Ist ja alles nicht so wild, wäre sie nicht schon 86.

Sie ist jetzt im Krankenhaus, wo man entscheiden wollte, ob es überhaupt noch möglich ist zu operieren. Der Knochen ist schon ganz kauputt und wenn dieser Knochen nicht entfernt wird, wird die Entzündung sich immer weiter durch die Knochen fressen.

Heute stellte sich dann raus, dass sie nicht operiert werden kann. Die Blutgefäße sind durch die jahrelange Raucherei und den Diabetes kommplett verkalkt, im betroffenen Bein ist KEIN Blutfluss mehr. Beipässe legen hat also auch keinen Sinn. Meine Oma sagte nochwas von einer anderen Möglichkeit, die ich aber nicht ganz durchblickt habe. Man muss wohl einen Kuststoff Schlach in die Leiste legen, was aber dem Blutfluss nicht helfen würde, weil danach wieder alles zu ist, also fällt das auch raus. Außerdem ist das wohl eine sehr große Operation, für die sie nicht stabil genug ist, aufgrund ihres Alters.

Wir erfahren morgen wie es weiter geht, wobei das schon fast klar ist, die Ärzte haben schon mit der einen Tochter meiner Uroma gesprochen. Sollten jetzt nicht noch Wunder geschehen, wird sie wieder nach Hause gehen und mit Schmerzmitteln behandelt werden. Das wird dann immer höher gehen (wir haben gesehen, wie schnell sie nur in den letzten Wochen abgebaut hat). Die Ärzte sollen wohl auch so indirekt gesagt haben, dass das ganze bald ein Ende haben wird.

Ja, so ist das Leben, aber ich bin fix und fertig. Ich euch jetzt 2 Sachen beschrieben und in beiden Fällen geht mir das sehr nahe, denn ich habe die beiden sehr, sehr lieb. Und gerade bei meiner Uroma habe ich Angst loszulassen. Mit ihr kann ich IMMER über meine Mutter oder auch meine Großeltern reden, wenn mich was bedrückt. Sie ist alt, ihre Zeit ist fast vorbei, aber mir fällt es schwer loszulassen und mich langsam schon innerlich abzuwenden.

Ich bin dankbar, dass nächste Woche Ferien sind, denn ich muss endlich mal zur Ruhe kommen. Ich habe die letzten Tage fast nicht geschlafen. Und ich mache mir auch genug Sorgen um mich. Ich bin gerade mal seit 1 1/2 Wochen anfallsfrei. Ich weiß nicht, wie lange ich den beiden geschilderten Situationen noch gewachsen bin. Ich kann mich nicht einfach abwenden, ich bin ein Familienmensch. Deswegen ist es doch so schwer, zu respektieren, dass meine Mutter sich gegen mich aber für meine beiden Geschwister entschieden hat.

So, wer bis hier durchgekommen ist, der hats jetzt geschafft

Liebe Grüße
Shauni

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