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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 2.074 mal aufgerufen
 ~* STRANDGUT *~
JacquelineH Offline




Beiträge: 289

18.06.2009 12:05
RE: Schicksal oder freier Wille? antworten

Hallo alle zusammen,

habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass ihr zwar Entscheidungen trefft, aber diese schon längst geplant waren?

Das Dinge passieren die zuerst komplett ungerecht und unnötig erscheinen und dann irgenwann doch wieder etwas positives daraus zu entnehmen ist?

Das Dinge die ihr nicht tut und anschließend bereut, sich doch als klüger entscheiden?

Mir geht es in letzter Zeit oft so und ich frag mich immer mehr ob das nicht alles schon so vorgesehen ist.

Manche Leute meinen ja es ist kein Schicksal wenn du frei Entscheiden kannst ob du nach links, rechts oder gerade aus gehst. Aber wer sagt mir dass mein Schicksal es nicht ist dass mich nach links gehen lässt und nicht nach rechts?



Ist es Schicksal wenn ein Kind erkrankt?
Ist es Schicksal wenn du dein Kind allein erziehen musst?
Ist es Schicksal wenn du zeitweise nicht mehr weist wo dir der Kopf steht?

Ich wüsste nicht wo das der freie Wille sein sollte??? Ich kann mir keinen Menschen vorstellen der hergeht und sagt: Hallo ich möchte bitte diese und jene Krankheit haben.

Ich will ehrlich sein, es übersteigt meine Fantasie anzunehmen dass irgendwo über uns "jemand" sitzt und auf uns aufpasst, wenn es so wäre müsste ich dem "jemanden" mal gewaltig die Meinung sagen!

Aber nun mal ehrlich ist alles was uns Menschen im Laufe unseres Leben geschieht Schicksal oder ist rein der freie Wille daran schuld, was in unserem Leben geschieht?

Was hat der freie Wille mit den sterbenden Kindern in Afrika zu tun?
Was hat der freie Wille damit zu tun wenn frisch gebackene Mütter bei der Geburt sterben müssen?
Was hat der freie Wille damit zu tun, wenn Vater und Kind am Vatertag sterben müssen?

Und warum sollte das Schicksal so gnadenlos zu manchen Menschen sein?

Warum sollte ein freier Wille dafür sorgen, dass ich mein restliches Leben leide?

Die Usprungsfrage Schicksal oder freier Wille kann man wohl definitiv nie klären, aber ich hoffe dass es mein Schickals ist in meinem freien Willen immer die richtigen Entscheidungen zu treffen.

LG Jacqueline

[sub]Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Johann Wolfgang von Goethe




Evelin Offline



Beiträge: 165

23.06.2009 17:21
#2 RE: Schicksal oder freier Wille? antworten

Freier Wille, wir sind nicht ganz so frei immer, vieles ist auch ein Muss ohne dass wir es wollen wird es uns "aufgedrängt" oder wir lernen es zu akzeptieren im Laufe von jahren, oder wir tun so als ob, der lieben heile Welt wegen, oder weil wir tief i unserem inneren doch das Bedürnis nach harmonie haben..
Wie auch immer wir uns entscheiden, es ist zwar unser Wille der es uns tun lässt, aber was wenn es doch falsch wäre?
Jeder steht oft in seinem Leben an wendepunkten, helfen kann einem da keiner, gehen müssen wir selber, schön wenn es jemanden gibt der uns fängt wenn wir stolpern.

JacquelineH Offline




Beiträge: 289

23.06.2009 20:25
#3 RE: Schicksal oder freier Wille? antworten

Hallo Evelin,

das ist schon klar, dass es Wege gibt die wir gehen müssen, aber wer weiß ob nicht auch die falschen Entscheidungen dazu beitragen, dass wir dorthin kommen wo wir letztdenendes hinsollen!!

Wenn das Leben wirklich vom Schicksal geprägt ist, gibt es sicherlich Punkte im Leben denen man nicht ausweichen kann egal wie gerne man das auch möchte!

Wie geht es dir den so, ich hör ja gar nichts mehr von dir? Wieder mal Lust auf chatten?

LG Jacqueline

[sub]Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Johann Wolfgang von Goethe




Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

24.06.2009 09:52
#4 RE: Schicksal oder freier Wille? antworten

Liebe Jacky,

schön von Dir zu lesen und toll, dass Du hier ein Thema beginnst, dass Dich beschäftigt...genau dafür hatte ich das Strandgut erdacht!
Aber nun zu Deinen Gedanken:

Zitat:

Mir geht es in letzter Zeit oft so und ich frag mich immer mehr ob das nicht alles schon so vorgesehen ist
____________________________________________________________


Ich kenne diese Gedanken alle gut und auch ich denke oft darüber nach, ob es Zufälle gibt im Leben - denn darauf läuft es ja hinaus...nicht freier Wille, der trifft nur zu, wenn eine konkrete, direkt entschlossene Entscheidung ausgeführt wird...es geht wohl eher um Zufall oder Schicksal!

Ich persönlich glaube gar nicht an Zufälle, damit ist klar, dass ich eher davon ausgehe, dass alles Schicksal ist!
Allerdings besteht eine große Gefahr in diesem "Glauben": Man neigt dazu, sich die Dinge "schönzureden, bzw. zu sagen, es ist Schicksal, es wäre ohenhin früher oder später so gekommen, ich hätte es gar nicht ändern können...verstehst Du was ich meine?

Zitat:

Das Dinge die ihr nicht tut und anschließend bereut, sich doch als klüger entscheiden?
____________________________________________________________

Etwa so in der Art meine ich das. Man hat sozusagen den "Segen von oben" oder von wo auch immer, das spielt keine Rolle. Es ist, als hätte man letztlich gar nicht anders gekonnt, als so zu handeln...wie sollte man je wieder seinen Seelenfrieden finden, wenn nicht die Möglichkeit bestünde, ein bißchen was abzugeben?


Ich bin nicht gläubig, heißt: Ich glaube nicht an Gott!
Würde ich allerdings nicht an das Schicksal glauben, dann wäre ich oft sehr verloren in den Dingen die so passieren und anderes widerum ließe sich einfach nicht erklären...


Wir Menschen sind so gestrickt, wollen immer Erklärungen und Rechtfertigungen, möchten, dass andere unsere Handlungsweise verstehen, uns nicht verachten für das, was wir tun
(im Normalfall ist Mensch wohl so) - da ist es oftmals sehr, sehr schwer den eigenen Weg zu finden, ohne sich manipulieren zu lassen...

Ich habe oft das Gefühl, dass immer einer auf der "Strecke" bleibt, egal wie ich es drehe und wende, schlußendlich bin ich dann die, die allein da steht...vielleicht ist das auch das Fatale am Schicksal, vermutlich hat allein das Wort daher diesen etwas negativen oder tragischen Klang: Schicksal = Drama!


Dinge wie Krankheit, Folter, Menschenrechtsverletzungen, gequälte Kinder - all das, was uns so un-er-träg-lich ist, hat nichts mit freiem Willen zu tun!
Natürlich möchte niemand, dass ihm so etwas geschieht!

Der freie Wille kommt nur in ganz konkreten Situationen zum Tragen, etwa bei einer Eheschließung, oder wenn ich mich für oder gegen Kinder entscheide, für oder gegen ein paar Schuhe ect. - ganz banal eigentlich!

Ich hoffe, ich kann mich bis hierher verständlich machen?

Menschen brauchen dieses Gefühl, nicht ganz alleine verantwortlich zu sein für das was in ihrem Leben geschieht...so sind alle, es hat einfach etwas tröstliches zu sagen: "Das war Schicksal" oder "Das hat Gott so gewollt"!

Viele wären in vielen Situationen sehr viel schneller zugrunde gegangen, hätten sie diese Option nicht gehabt (man denke nur ans KZ im 3.Reich oder andere Greuel...), es wird von der Natur so gewollt sein, der eine glaubt an Gott, der andere ans Schicksal, wieder einer an Zufall und ein weiterer an gar nichts, der ist dann Nihilist - und auch das ist wieder eine feste Überzeugung...man landet immer wieder da, wo man begonnen hat...

Ich habe auch immer wieder nachgedacht über solche Dinge...ganz lassen einen diese Fragen nie in Ruhe...ich hätte so viele zu stellen, da berufe ich mich schon aus Selbstschutz lieber auf das gute, alte Schicksal...

Liebe Grüße
Gipsy

JacquelineH Offline




Beiträge: 289

24.06.2009 14:32
#5 RE: Schicksal oder freier Wille? antworten

Hallo Gipsy,

ja ich geb dir eigentlich komplett recht.
Aber es wäre ja auch sehr eigenartig wenn schlimme Dinge passieren und man daran nie etwas gutes erkennen kann oder?? Es gibt sicher Ereignisse die definitv nichts gutes zu heißen haben, aber ebenso geschehen Dinge die anfangs wahnsinnig schlimm erscheinen und irgendwann zieht man denoch einen Nutzen.

Ich denke das ist ein Thema über das man stundenlang diskutieren könnte ohne dass man ein Ende findet.

Wie auch immer, ich finde es denoch irgendwie eigenartig zu "glauben" dass viele Wendepunkte im Leben von Geburt an "vorhergesehen" sind.

LG Jacqueline

[sub]Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Johann Wolfgang von Goethe




Cory Thain Offline




Beiträge: 2.551

27.06.2009 15:44
#6 RE: Schicksal oder freier Wille? antworten

Sorry für meinen Senf.

Ich persönlich möchte in dieser Hinsicht nicht an Schicksal, Gott oder dergleichen glauben. Weil es bedeutet: Es ist belanglos, was du tust, es geschieht ohnehin, was geschehen soll. Warum also sollte ich mich bemühen, in der Schule, auf Arbeit, zu Hause. Es kommt sowieso so, wies kommen soll. Ich kann die Hände öffnen und alles "dem Schicksal" überantworten.

Das ist nicht die Art, wie ich leben möchte, gleichgültig der Welt gegenüber: Was, der hatte nen Unfall? Schicksal! Was, die Frau wurde vergewaltigt? Musste ja so kommen, war ihr Schicksal. Was, in Afrika verhungern Kinder? Kann ich nix gegen tun, ist deren Schicksal. Was, mein Kind wird in der Schule gemobbt? Tja, Pech gehabt, Schicksal!

Ich möchte für mich das Gefühl haben, etwas tun zu können. Manchmal wird es vielleicht nicht ausreichen, um grundlegend etwas zu ändern, aber teilnahmslos dasitzen und zusehen ist nicht mein Ding.

Vielleicht ist es mein Schicksal, nicht ans Schicksal zu glauben...

Coraly

Das Leben besteht zu fünf Dritteln aus Fragen...

JacquelineH Offline




Beiträge: 289

28.06.2009 10:09
#7 RE: Schicksal oder freier Wille? antworten

Hallo Coraly,

ich denke nicht (nur weil ich ans Schicksal glaube) dass es egal ist was ich tue, weil ohnehin passiert was passieren muss. Ich bin sehrwohl der Meinung dass ich mein Leben "selbst" in der Hand habe, aber ich bin der Meinung dass gewisse "Schnittpunkte" im Leben ohnehin gemeistert werden müssen und entweder man lernt daraus oder man geht daran zu Grunde.

Es ist schlichtweg so dass ich glaube dass vieles im Leben sicherlich auf dem freiem Willen basiert aber wie gesagt, an manchen Steinen man wachsen muss bevor man weitergehen kann, nämlich um den nächsten Stein meistern zu können. Sprich wie in der Schule, da fängt man auch ganz klein an und irgedwann kann man dann sogar studieren wenn man das WILL.

Meiner Meinung nach hat der Glaube an sich nichts damit zu tun, dass mir alle anderen Menschen auf dieser Welt gleichgültig sind im Gegenteil am liebsten würde ich jedem helfen, was schlichtweg unmöglich ist. Sehr wohl habe ich aber die Möglichkeit, Menschen die ich kenne, mit Rat und Tat offen und ehrlich gegenüber zu treten. Kein einzelner Mensch kann allen Menschen auf der Welt helfen (egal ob Schicksal oder sonst was) aber das heißt nicht dass sie jedem egal sind. Sicherlich stimmt es mich traurig dass Kinder verhunger müssen usw. aber weil ich nichts dagegen tun kann ist es mir egal - wohl eher nicht.

Wie Gipsy richtig gesagt hat, der Mensch braucht einen Glauben. Egal was, manche glauben an Gott andere an das Schicksal oder ähnliches.Ich denke jeder Mensch glaubt an irgendwas, was sicherlich wichtig ist, den hätte man immer das Gefühl alleine auf dieser Welt zu sein (in schlechten Zeiten)... ich will mir gar nicht vorstellen was dann los wäre.

Ich verstehe aber auch auf was du hinauswillst, aber wenn es kein Schicksal oder der gleichen ist, warum verhungern Kinder? Warum werden Frauen vergewaltigt?
Ich denke darauf gibt es keine Antwort, die nicht wiederrum Fragen aufrufen würde!

Du schreibst:

Ich möchte für mich das Gefühl haben, etwas tun zu können. Manchmal wird es vielleicht nicht ausreichen, um grundlegend etwas zu ändern, aber teilnahmslos dasitzen und zusehen ist nicht mein Ding.

Ich denke auch nicht dass das dein "Schicksal" ist dass du dasitzt und nichts tust, denn wenn du nichts tust kann sich auch nichts entwickeln, kannst an nichts wachsen, kannst für nichts Schmerz oder Freude empfinden. Das ist nicht das was ich damit gemeint habe.

Schluss endlich denke ich dass jeder Mensch an irgendetwas glaubt ob jetzt an Gott, Schicksal, oder daran an nichts glauben zu wollen

LG Jacqueline :musik:

[sub]Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Johann Wolfgang von Goethe




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