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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 263 mal aufgerufen
 ~° Medizinisches Wissen - Allgemein °~
Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

03.06.2009 15:30
RE: Alkohol: Immer wieder testen, ob´s auch ohne geht antworten

.... ALKOHOL - IMMER WIEDER TESTEN, OB ES AUCH OHNE GEHT ....

Alkohol ist gefährlicher als gemeinhin angenommen: Schon geringe tägliche Mengen können zu einer Abhängigkeit führen. Treten bei einer Trinkpause Entzugserscheinungen auf, werden diese meist nicht mit der Alkoholabstinenz in Verbindung gebracht.

Schon geringe tägliche Mengen an Alkohol können zur Abhängigkeit führen. Doch dies spüren viele Menschen erst dann, wenn sie ihre Trinkgewohnheiten unterbrechen und die tägliche Menge Alkohol nicht mehr zur Verfügung steht.
"Ein Mann, dessen täglicher Alkoholkonsum über 40g liegt, das entspricht etwa einem Liter Bier, sollte dringend weniger trinken. Bei Frauen liegt diese Grenze schon bei 20g, das entspricht 0,5 Liter Bier. Wenn bei reduziertem Alkoholkonsum oder Abstinenz Probleme auftreten wie starkes Verlangen nach Alkohol, Nervosität, Schwitzen, Schlafstörungen und morgendliches Zittern, dann handelt es sich um erste Entzugserscheinungen. Viele Betroffene wollen sich jedoch nicht eingestehen, dass diese Anzeichen mit dem Alkohol in Verbindung stehen", warnt Prof. Volker Schuchardt von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin.





Entzugserscheinungen entstehen, weil sich der Körper und besonders das Gehirn an einen gewissen Alkoholspiegel gewöhnt hat. Wird der Spiegel reduziert, reagiert das Gehirn mit dem Bedürfnis nach Alkohol. Erstes Warnsignal ist eine steigende Toleranz, der Betroffene "verträgt“ immer mehr. In der weiteren Entwicklung der Krankheit braucht er regelmäßig Alkohol und kann sein Bedürfnis nicht mehr kontrollieren. Menschen, die von Alkohol abhängig sind, trinken häufig, um sich scheinbar gut zu fühlen und um die Entzugserscheinungen zu vermeiden. "Nicht nur, wer seine tägliche Menge an Alkohol braucht, ist abhängig. Auch jemand, bei dem abstinente Phasen mit Phasen unkontrollierten Alkoholgenusses abwechseln, ist betroffen. Dabei ist der Kontrollverlust ausschlaggebend: Die Betroffenen können nicht aufhören zu trinken, auch wenn ihnen selbst klar ist, dass sie zu viel trinken. Sie brauchen dringend Hilfe", erklärt Prof. Schuchardt, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum Lahr-Ettenheim.

Der so genannte CAGE-Test kann einen Hinweis auf eine Abhängigkeit geben. Wenn Sie zwei der folgenden Fragen mit "Ja" beantworten, sollten Sie einen Arzt konsultieren:


* Haben Sie in der letzten Zeit (erfolglos) versucht, Ihren Alkoholkonsum einzuschränken?

* Haben andere Personen Ihr Trinkverhalten schon mal kritisiert und Sie damit verärgert?

* Empfinden Sie Schuldgefühle wegen Ihres Alkoholkonsums?

* Haben Sie schon mal gleich nach dem Aufstehen getrunken, um „in Gang“ zu kommen oder um sich zu beruhigen?


"Alkohol ist in der Gesellschaft akzeptiert – das macht ihn besonders gefährlich, denn er kann schnell unbemerkt zu einer Abhängigkeit führen", betont Prof. Schuchardt. "Gegenwärtig, so wird geschätzt, sind in Deutschland etwa 2,5 Millionen Menschen von Alkohol abhängig und weitere 5 Millionen Menschen sind suchtgefährdet. Diese Zahlen zeigen das Ausmaß des Problems", so Prof. Schuchardt.

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www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
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Genau letztgesagtes von diesem Prof. Schuchardt ist der Knackpunkt schlechthin:
Alkohol ist nach wie vor gesellschaftlich akzeptiert und zwar in vollem Umfang und ohne jegliche Einschränkung!
Jeder kommt ohne Probleme zu allen Tages,- und Nachtzeiten an diese Droge heran und es ist zweifellos die "leichteste und bequemste" Form der Sucht, der man verfallen kann.

Ich fürchte das es egal sein wird, wie die Realität aussieht, wie die Zahlen sind und wie extrem die Entwicklung noch wird: Alkohol ist und bleibt gesellschaftsfähig und kaum einer wird (oder will) sich vorstellen können, dass man zukünftig auf Empfängen, auf roten Teppichen, bei Partys etc. darauf verzichten wird - oder gar verzichten muss!

Als Raucher wird man in der heutigen Zeit (nahezu) an den Pranger gestellt, als Alkohol konsumierender muss man schon Obdachlossein und auf der Strasse saufen, damit man als Alkoholkranker identifiziert, und müde bemitleidet wird...

Stellt man den Alkohol neben die anderen, die "gesellschaftlich geächteten" Drogen, so wird man feststellen, dass es da keine großen Unterschiede gibt. Weder im Werdegang, noch im Krankheits, bzw. Suchtverlauf, weder im Geheimhalten, noch in der Steigerung des Konsumverhaltens...lediglich das Versteckspiel beginnt bei allen anderen Drogen erheblich früher...

Ich denke,
fragwürdig bzw.,
zu hinterfragen ist das allemal,

bye Gipsy

JacquelineH Offline




Beiträge: 289

05.06.2009 10:21
#2 RE: Alkohol: Immer wieder testen, ob´s auch ohne geht antworten

Hallo Gipsy,

ich muss dir wieder mal vollkommen recht geben.

"Ich" hab schon schlimmer Erfahrungen mit Alkoholsucht gehabt. Mein Vater trinkt seit ich mich zurück erinnern kann, vor ungefähr 3 Jahren fasste ich mal Mut und sprach ihn darauf an den sein Konsum war gigantisch. Am Wochenende waren es ingesamt ca. 48 Dosen Bier die er getrunken hat. Unter der Woche täglich ca. sechs.

Naja auf alle Fälle hat er nach dem Gespräch mit mir und meiner Mutter damals über zwei Jahre, von heute auf morgen nichts mehr getrunken, leider ist es jetzt wieder anders. Man kann meinem Vater stetig zusehen wie sein Konsum wieder steigt. Einmal ist es sogar betrunken ins Auto gestiegen, das hab ich ihm bis heute nicht verziehen. Zu gute halten muss man ihm, dass er keinerlei Aggressionen nach dem Genuss von Alkohol aufweist, aber gesund ist es ja trotzdem nicht.

Es ist leider so, dass wenn ich ihn jetzt darauf anspreche er nur meint, ich trink ja nicht viel. Wenn ich ihm dann zu erklären versuche dass drei Flaschen JEDEN Tag, schon zu viel sind spinnt er herum. Er versteht nicht dass es nicht die Menge sondern die Regelmäßigkeit ausmacht.

Wer jetzt nicht ganz versteht, warum ich das schreibe... der Grund dafür ist vielleicht ganz einfach die Tatsache dass viele Alkoholiker meinen, ich trink ja nicht viel (so wie es ja auch in Gipsy´s Beitrag rauskommt).

Es ist möglich dass es für einen selber vielleicht in erster Linie nicht schlimm ist, wenn man ohne Alkohol nicht mehr kann/will. Aber für Angehörige ist es definitiv nicht einfach, zuzusehen wie sich ein geliebter Mensch immer mehr in die Abhängigkeit wirft.

Und nochmals muss ich dir Recht geben Gipsy, Raucher werden komplett von der Gesellschaft ausgeschlossen weil der Rauch schädlich ist usw. der Alkohol ist meiner Meinung nach genauso schlimm und wenn man eine "Droge verbietet" gehört das bei allem gemacht.

Ich muss leider los, könnte noch Stundenlang so weiter schreiben.

LG Jacqueline

[sub]Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Johann Wolfgang von Goethe




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