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 ~° Medizinisches Wissen - Neurologie °~
Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

30.10.2008 18:25
RE: Autisten treffen rationalere Entscheidungen antworten

~~ AUTISTISCHE MENSCHEN TREFFEN RATIONALERE ENTSCHEIDUNGEN ~~

Menschen mit einer autistischen Störung lassen sich weniger stark vom Bauchgefühl beeinflussen und entscheiden sich häufiger rational. Die Eigenschaft, emotionale Umstände einer Situation nicht zu berücksichtigen, stellt die Betroffenen im Umgang mit anderen Menschen jedoch vor Schwierigkeiten.

Menschen, die von einer autistischen Störung betroffen sind, entscheiden sich weniger oft irrational und lassen sich in geringerem Maß von einem Bauchgefühl beeinflussen. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Forschern um Benedetto De Martino und Ray Dolan am University College London.

Die Wissenschaftler verglichen dabei die Entscheidungen von autistischen Menschen mit denen gesunder Personen. Das Finden von Entscheidungen ist ein komplexer Prozess, an dem sowohl Intuition als auch Analyse einer Situation eine Rolle spielen.
Vorherige Studien haben gezeigt, dass Entscheidungen in hohem Maß davon abhängen, wie ein Problem gestellt wird, das heißt in welchem Rahmen es präsentiert wird.

Die Teilnehmer der aktuellen Studie mussten sich entscheiden, ob sie einen bestimmten Geldbetrag aufs Spiel setzten oder lieber auf Nummer sicher gingen. Beispielsweise gab man ihnen 50 Pfund und sie sollten sich zwischen 2 Möglichkeiten entscheiden: entweder (A) sie behielten 20 Pfund von diesem Betrag oder (B) sie ließen sich auf ein Glücksspiel ein, mit einer 40%-gen Chance die ganzen 50 Pfund zu behalten und mit einem 60%-igen Risiko, alles zu verlieren.
Diese Version galt bei dem Experiment als Rahmen des Gewinnens.
Die zweite Art und Weise, wie den Teilnehmern das Problem gestellt wurde, war der Rahmen des Verlustes. Dabei wurde den Teilnehmern die Möglichkeit A als ein Verlust von 30 Pfund erklärt.
An der Möglichkeit B änderte sich nichts.

Obwohl sich die Gewinn- und Verlustversion bezüglich der Konsequenzen gleich waren, entschieden sich ein wesentlich höherer Anteil der gesunden Studienteilnehmer, sich auf das Glücksspiel einzulassen, wenn ihnen die Option A als ein Verlust von Geld vorgestellt wurde. Bei Menschen mit einer autistischen Störung war dieser Effekt viel geringer. Ihre Entscheidung wurde von diesem Rahmen des Gewinnens oder Verlierens weitaus weniger stark beeinflusst, sie wurden also weniger stark von ihren Gefühlen dazu verleitet, irrationale Entscheidungen zu treffen.

Dadurch dass Menschen mit einer autistischen Störung Details eine größere Aufmerksamkeit schenken, werden sie möglicherweise weniger stark von Gefühlen abgelenkt.

Im täglichen Leben, insbesondere im Umgang mit anderen Menschen, ist diese Fähigkeit jedoch ein großes Problem. Neil Harrison, der ebenfalls an der Studie mitgewirkt hat, ist der Meinung, dass die Forschung eine wichtige Rolle dabei spielt, die Stärken von Menschen mit einer autistischen Störung hervorzuheben und sich nicht nur auf die negativen Seiten der Erkrankung zu konzentrieren.

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