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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 877 mal aufgerufen
 °° Epilepsie und Berufsleben °°
weisser Adler Offline



Beiträge: 33

14.03.2008 11:11
RE: Epilepsie und das berufsleben??? Antworten

Ja, die alte gute Epilepsie und das Berufsleben...

Also,ich habe vor einiger Zeit versucht ein paar Jobs zu finden.Naja es kam immer die frage nach Krankheiten oder Allergien.Ich habe bisher immer die Wahrheit gesagt, weil es schließlich um meine Gesundheit geht (falls) etwas passieren sollte.Sie haben mich immer Eiskalt ohne augenzucken abgewiesen.das hat sich jetzt schon auf meine Ausbildungssuche spürbar gemacht.Ich habe garkeine lust und vor allem keinen Mut mich mehr irgendwo noch zu bewerben.Das traurigste ist das ich wahrscheinlich, falls ich was finden sollte, nicht in den berufsgruppen arbeiten kann, in denen ich gerne wöllte.
Ich finde die Arbeitswelt so unfair....:zeter:

weisser Adler

heifen Offline




Beiträge: 372

14.03.2008 11:44
#2 RE: Epilepsie und das berufsleben??? Antworten

hallo weisser adler
leider ist es schwer heutzutage arbeit zu bekommen...ich lebe in italien und vielleicht ist die situation in deutschland besser, aber meine kerngesunde tochter arbeitet in einem call center und wird 6 euro pro std bezahlt!
ihren freunden geht es aehnlich und dabei haben die meisten uniabschluss...es ist eine schwere zeit fuer alle und da viele arbeit suchen und wenige arbeit anbieten, ist die selektion sehr hart...ich habe meine arbeit verloren, nicht der epianfaelle wegen, sondern weil ich durch meine operation 1995 zu lange abwesend war...meine kollegen haben mir immer geholfen, aber mein chef hat die gelegenheit genutzt, um mich zu feuern...die direktion ist immer mit mir zufrieden gewesen...zu zufrieden...mein chef hat angefangen, sich sorgen zu machen, ich war qualifizierter als er, ich glaube er hatte angst seine stelle zu verlieren...das war sehr dumm von ihm, ich war nur halbtags beschaeftigt und hatte nicht die absicht auf 8 std umzusteigen, meine tochter brauchte mich...die direktion versuchte mich zu ueberreden, den ganzen tag zu arbeiten, sie zahlten gut und boten mir noch mehr an, mich interessierte es damals nicht, aber mein chef glaubte mir nicht...ich bin als uebersetzerin angestellt worden...er hat mir verboten, deutsch zu schreiben und am telefon deutsch zu sprechen...ich habe mit dem pc, damals lotus, entspricht dem heutigen excel,angefangen, er hat mir untersagt, den pc zu benutzen ( da er dazu nicht faehig war)...wenn man an die falschen leute geraet , ist es wirklich schwierig...ich war nach der operation recht empfindlich, jede aufregung fuehrte zu anfaellen, da hat mein chef leichtes spiel gehabt, er hat mich psychologisch total fertiggemacht...ich durfte nur noch ablage machen...heutzutage wuerde das mobbing heissen...ich hab aufgegeben
aber die zeiten aendern sich, epi ist nicht mehr eine unheimliche, unbekannte krankheit, die information hilft uns...ich weiss nicht, wie es in deutschland ist, hier in italien ist jede groessere firma gezwungen, leute mit gesundheitlichen problemen anzustellen...epi ist fuer solche arbeitgeber das ideale, da wir ja total einsatzfaehig sind, wenn man die zeit zusammenzaehlt, die wir im jahr auf grund von anfaellen verlieren, ist das nicht einmal eine kaffeepause...also nur mut und erkundige dich, ob arbeitgeber, die menschen mit epi beschaeftigen finanzielle vorteile haben (das ist ein argument, dass unternehmer sehr gut verstehen!)
ciao
heifen
:sunny:

schwarzer vogel Offline




Beiträge: 399

14.03.2008 12:45
#3 RE: Epilepsie und das berufsleben??? Antworten

also, ich habe da anscheinend echt großes glück mit meiner arbeitsstelle ...

nach dem kh-aufenthalt bin ich gleich wieder arbeiten gegangen, 2 wochen lang ist es mir miserabel gegangen (kopfweh, alle möglichen nebenwirkungen), ich bin teilweise nur so am platz gehängt, konnte kaum was arbeiten ... dann hat mich mein chef sogar zum betriebsarzt geschickt (in absprache mit den höheren chefs, die sich anscheinend alle sorgen um mich gemacht haben), nur damit er die gewissheit hat, dass ich eh schon imstande bin zu arbeiten ... man hat mich in ruhe gelassen (meine kollegen dürften das gespürt haben, dass ich das will) ... meine beiden lieblingskollegen haben mir geholfen, damit meine rückstände nicht zu groß werden ...

auch mein neuer chef nimmt rücksicht bzw. er hat mir gesagt, sollte es mir nicht gut gehen, dürfe ich jederzeit nachhause gehen und müsse nur kurz bescheid geben ...

bin in letzter zeit oft mit den beiden kollegen fortgegangen ...

und mittlerweile hab ich gelernt, mir nicht so einen stress zu machen ... sogar dumme telefonate machen mir nichts mehr aus das war immer das größte problem für mich ... aber auch da helfen meine kollegen, wenn ein schwieriges gespräch mit einem uneinsichtigen kunden zu führen ist, haben sie mir schon öfters sowas abgenommen

ob das so einfach ist, wenn man neu in einem job ist, weiss ich nicht ... hatte vielleicht nur glück, dass ich in der firma etabliert und für mein sorgfältiges arbeiten bekannt bin ...

kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, irgendwo neu anzufangen ... das bedeutet stress ... und das löst (bei mir zumindest) anfälle aus ...

ich würde übrigens (zumal ich offensichtlich mich gut eingestellt habe) niemals erwähnen, dass ich epi habe, wenn ich wo neu anfangen würde ...

wünsche euch jedenfalls viel glück in der arbeitswelt! jeder findet etwas, wenn er es möchte ... bei mir hat es auch lange gedauert, bis ich einen job gefunden habe ...

abgesehen davon bin ich auch akademiker und habe das niedrigste gehalt in meiner abteilung unter lauter "nichtakademikern" ... (wobei ich mir nichts einbilde auf den titel ... den kann man eigentlich kübelisieren ...)

pessimistin elämä ei ole helppoa

Krassandra ( gelöscht )
Beiträge:

11.07.2008 01:07
#4 RE: Epilepsie und das berufsleben??? Antworten

also bei mir wissen meine direkten vorgesetzten und meine kollegen mit denen ich arbeite bescheid....hmm..obwohl ich das gefühl hab, dass sie denken dass ich mir damit einen vorteil schaffen will, wenn ich sage es geht mir DESWEGEN schlecht....
kann ja alles was ich habe auf die epi schieben...hmm..

will auch unbedingt beruflich weiterkommen, bzw. mal rumkommen, aber habe auch angst vor nem neuen job, bzw. bei einem vorstellungsgespräch auf die fragen: sind sie flexibel und belastbar - mit einem ach ja...je nachdem antworten muss...

Krassandra ( gelöscht )
Beiträge:

11.07.2008 01:08
#5 RE: Epilepsie und das berufsleben??? Antworten

ach ja...kann man mit epilepsie flugbegleiterin werden???:chilli:

Rosenrot ( gelöscht )
Beiträge:

11.07.2008 23:39
#6 RE: Epilepsie und das berufsleben??? Antworten

Hallo zusammen,
mein erster Tag hier, und ich hoffe ihr könnt mir helfen. Ich möchte eien Studentenjob in einem Laden annehmen ( ähnlich Tchibo) und weiß nicht, ob ich die Epi erwähnen soll. Heute war mein erstes Gespräch mit dem Chef aber ich soll, wenn ich genommen werde wohl auch nochmal mit seiner Frau reden. Muß / Soll ich die Epi erwähnen?

schwarzer vogel Offline




Beiträge: 399

13.07.2008 20:45
#7 RE: Epilepsie und das berufsleben??? Antworten

@kassandra: das mit der flugbegleiterin glaub ich eher nicht, vor allem nicht bei personen, bei denen stress der auslöser von anfällen ist ... so eine stewardess steht während eines fluges ordentlich unter stress ...

@ rosenrot: also ich würde es nicht erwähnen, wenn die anfälle nicht regelmäßig auftreten ... andererseits sollte das einmal vorkommen, erschrickst du die leute vermutlich zu tode, wenn sie sowas noch nicht miterlebt haben ... schwer zu sagen ... kommt halt auf die person an, die dich einstellt ... viele leute wissen nichts von der epilepsie und können sich darunter nicht viel vorstellen bzw. glauben das schlimmste (bsp. das sind irre etc) ... es ist aber "nur" ein studentenjob, also nehm ich mal an, halbtags oder so ... da hält sich der stress in grenzen ... (soll jetzt nicht abwertend klingen, ich war auch mal student mit diversen jobs )

pessimistin elämä ei ole helppoa

weisser Adler Offline



Beiträge: 33

05.08.2008 17:12
#8 RE: Epilepsie und das berufsleben??? Antworten

Hey leute:sunny:
Alles klar bei euch?Bei mir alles solala einerseits total mies weil ich mir eine Mittelohrentzündung und Mandelentzündung zugezogen habe, anderseits geht es mir seelisch gut weil ich einfach glücklich bin und warum?

Ich habe einen ausbildungsplatz!!!!Aber scheiße gebaut die ich nicht mehr ausbügeln kann und will....wahrscheinlich könnt ihr schon denken worum es geht?OIch habe meine epilepsie verschwiegen obwohl sie mich auf die zittrigen Hände angesprochen hat, das zittern habe ich zeitweise immer mal unter Kontrolle aber wenn ich nervö bin oder so....

weisser Adler

tina81 Offline



Beiträge: 16

12.08.2008 14:29
#9 RE: Epilepsie und das berufsleben??? Antworten

Hi,
das ging mir auch am Anfang so. Hab meine Ausbildung als Erzieherin angefangen und in dem Kindergarten verschwiegen, dass ich Epi habe.Das war aber zu der Zeit, wo andere in meinem Alter den Führerschein machen und ich musste noch warten, weil ich ca. ein halbes Jahr vorher einen Anfall hatte, weil meine Ärzte meinten, ich könnte die Medikamente absetzen. Obwohl ich eine Narbe im Kopf hab und es sicher war, das daher die Anfälle kommen!!! Wär ich damals älter gewesen, hätte ich mich auf das Absetzen gar net erst eingelassen.
Na gut, wieder zurück zum eigentlichen Thema: Wie gesagt, Führerscheinzeit: meine Kollegen haben mich ständig gefragt, warum ich keinen Führerschein mache und warum ich noch warte. Hab dann immer gesagt, dass ich das Geld noch net zusammen hätte. Dann kamen immer so blöde Antworten wie, deine Eltern leihen dir das doch bestimmt usw.
Nachdem ich mein Jahr in dem Kindergarten beendet hatte, hab ich ein paar wochen später meine Leitung getroffen und die hat mich gleich wieder gefragt, ob ich jetzt endlich den Führerschein machen würde und da is mir der Kragen geplatzt: Hab ihr dann von meiner Epi erzählt. Sie hat nur blöd geguckt und ihr ist erstmal die Kinnlage runter gefallen. Hab sie dann gefragt, wenn sie es gewusst hätte, ob sie mich z. B. mit den Kindern alleine gelassen hätte, wozu ich ja durchaus in der Lage war und sie hat nur geantwortet: natürlich nicht. Also,war es damals richtig. Sonst hätte ich meine Erfahrungen, die ich in dem Jahr gemacht habe, gar net machen können.
Sie hat sich dann tausendmal entschuldigt, weil sie als nach dem dummen Führerschein gefragt hat.

Aber jetzt im Nachhinein, nachdem ich meine Ausbildung fertig hatte und ne feste Stelle bekommen hab, bin ich ganz offen und ehrlich mit meiner Epilepsie umgegangen. Aber 1. hatte ich da ja ne feste Stelle und 2. ist das Vertrauensverhältnis zu meinen Kollegen echt gut und ich weiß, wenn wieder was sein sollte, kann ich mich auf sie verlassen. Wie z. B. jetzt.
Hab nach 10 Jahren anfallsfrei!!! die Medikamente umgestellt, weil ich in der Zukunft auch Kinder haben möchte, und die Missbildungsrate bei meinem alten Medikament zu hoch wäre. Und meine Kolleginnen fangen alles auf. Bin nämlich schon die vierte Woche krank geschrieben, weil ich angst habe,arbeiten zu gehen und wieder Auto zu fahren usw.
So, jetzt hab ich dich voll zugetextet, aber ich hoffe, das hilft dir, für dich die richtige Entscheidung in Zukunft zu treffen, was dein Arbeitgeber und deine Epilepsie zu tun hat!!!

Lg Tina

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