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Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

16.10.2007 17:23
RE: Schlaf: Die unverzichtbare Auszeit antworten

UNVERZICHTBARE AUSZEIT

Rund ein Drittel unseres Lebens verschlafen wir. Dabei verschwenden wir aber keine Zeit. Denn ohne die nächtliche Dosis Erholung und Regeneration für Körper, Geist und Seele könnten wir nicht überleben.




"Schlaf ist wichtig, um unsere Tagesfunktionen erfüllenzu können", erläutert Professor Thomas Penzel vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Berliner Charité. "Dazu gehört die Bereitstellung von physischer Leistung sowie das psychische Wohlbefinden."


Der Schlaf hat viele Funktionen:

* Pause vom täglichen Powern: Unserem Körper gönnt der Schlaf eine Ruhephase, in der sich Muskeln und Gelenke, das Herz-Kreislauf-System und die Organe erholen können, um am nächsten Tag wieder fit und belastbar zu sein.

* Nächtliche Zell-Regeneration: Im Schlaf werden zahlreiche Hormone ausgeschüttet, u.a. auch wichtige Wachstumshormone. Prekär: Kinder mit Schlafstörungen bleiben oft im Wachstum zurück.

* Großreinemachen im Kopf: Beim Schlafen findet eine "Entmüllung" des Gehirns statt - quasi ein Sortierprozess, der zwischen Langzeitgedächtnis und Vergessen entscheidet. Zudem gönnen wir uns eine psychische Auszeit.


DIE "RICHTIGE" SCHLAFDAUER

Wer ein langes Leben anstrebt, sollte laut Statistik auf sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht kommen. Die Spannbreite des individuellen Schlafbedürfnisses ist allerdings viel größer. Kurzschläfer kommen mit sechs Stunden aus, Langschläfer brauchen schon mal zehn Stunden.

* Der tiefe Schlummer bringt's: Letztendlich zählt ohnehin die Qualität des Schlummerns. Entscheidend sind die Tiefschlafphasen vom Einschlafen bis etwa 4 Uhr morgens.

* Die Schlafqualität verbessern: Wer nicht ausgeschlafen hat, muss demnach nicht unbedingt mehr schlafen, sondern einfach ein wenig herumexperimentieren. Geht man z.B. eine halbe Stunde eher ins Bett, verlängert sich die wichtige Tiefschlafzeit. Aber nur, wenn man dann auch wirklich einschlafen kann. Wacht man zu früh auf, stimmt der Einschlafzeitpunkt ebenfalls nicht.

* Das persönliche Ausschlaf-Gefühl: Stimmt das subjektive Erholungsgefühl am Tag danach, ist die Schlafdauer ausreichend.






RITUALE CONTRA PILLE

Stunde um Stunde wälzt man sich im Bett herum, im Kopf kreisen Gedanken, und Schäfchenzählen hilft auch nicht.
Über 40 Prozent der Deutschen leiden an Ein- oder Durchschlafstörungen.
Oft rauben Stress, Sorgen und Gedanken die Nachtruhe, manchmal sind aber auch körperliche Ursachen wie Schmerzen oder Erkrankungen Schuld. Die Folge: Man drückt kaum ein Auge zu und fühlt sich am nächsten Tag einfach nur gerädert.

Trotzdem sollte man nur im Notfall zum Schlafmittel greifen.
"Inzwischen weiß man, wie bedeutsam die sogenannte Schlafhygiene ist", skizziert Professor Penzel die aktuelle Forschungslage. "Untersuchungen haben gezeigt, dass die entsprechende Schlafhygiene im Vergleich mit Medikamenten länger anhält und auch besser wirksam ist."
Seine Tipps für den nötigen Schlummer:

* Den Stresspegel des Tages herunterfahren: Den Schlaf mit Ritualen des Ins-Bett-Gehens vorbereiten, um zur Ruhe zu finden, z.B. entspannende Musik hören oder ein Buch lesen. Ebenfalls hilfreich sind feste Schlafenszeiten.

* Die Gedanken ausschalten: Grübeleien nicht mit ins Bett nehmen, sondern vorher ad acta legen. Manch einem hilft das Aufschreiben, ein anderer pflegt den Brauch des "Grübelstuhls" (hinsetzen, den kreisenden Gedanken ihren Platz einräumen, aber dann auch abschließen).

* Den Körper zur Ruhe kommen lassen: In den letzten zwei Stunden vor dem Schlafen Anstrengungen meiden. Intensives Training sollte tabu sein, Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Tai Chi oder Meditation können hilfreich sein.

* Der Enthaltsamkeit frönen: Möglichst wenig oder gar keinen Alkohol trinken und zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen keine schweren Mahlzeiten zu sich nehmen.

* Dem Schlaf seinen Platz geben: Das Schlafzimmer sollte kühl, gut durchlüftet und frei von störenden Faktoren sein. Eine Arbeitsecke im Raum ist nicht gerade förderlich und der Fernseher sollte unbedingt ausgeschaltet werden.

* Dem Rumwälzen eine Ende bereiten: Wer partout nicht einschlafen kann, sollte konsequent wieder aufstehen und sich erst wieder hinlegen, wenn die Müdigkeit sich meldet.





IM FOKUS DER FORSCHUNG

Vom Atemaussetzer bis hin zu zappeligen Beinen - Schlafstörungen sorgen nicht nur für Schlappheit und Müdigkeit, sondern können ernsthafte Konsequenzen haben.
"24 Prozent der tödlich verlaufenden Autounfälle erfolgen aufgrund des Sekundenschlafes am Steuer durch extreme Schläfrigkeit am Tage", macht Professor Thomas Penzel eine mögliche Folge von zu wenig oder nicht-erholsamem Schlaf deutlich. Der wissenschaftliche Leiter des Charité-Schlaflabors erforscht mit seinem Team u.a.:

* Schlafapnoe: Bis zu 500 Atemaussetzer pro Nacht erhöhen das Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt - allerdings können die Atemstillstände auch eine ungefährliche Begleiterscheinung des Alterungsprozesses sein. Die Studie soll Faktoren liefern, mit denen die gefährdeten Patienten in Zukunft herausgefiltert werden können.

* Schnarchen: Manche Menschen entwickeln im Laufe der Zeit aus dem harmlosen Schnarchen eine Schlafapnoe. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, welche Vorzeichen auf die drohenden Atemaussetzer hinweisen. Erste Erkenntnis: Schlafapnoe tritt familiär gehäuft auf - die genetische Komponente wird nun gesucht.

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Quelle: www.ard.de
Text:Michaela Rose
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