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 ~* LYRIK ~~~ LITERATUR ~~~ APHORISMEN *~
Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

05.10.2007 22:35
RE: Die einflussreichsten Schriftsteller aller Zeiten antworten




DIE ZEHN EINFLUSSREICHSTEN SCHRIFTSTELLER ALLER ZEITEN

In seinem Buch "Die literarischen 100: Die Liste der einflussreichsten Autoren aller Zeiten" macht sich der amerikanische Literaturwissenschaftler Daniel S. Burt die Mühe die bedeutendsten Schriftsteller zusammenzutragen.
Mit seiner Sammlung trifft Burt natürlich nicht nur auf Zustimmung, doch hält sich die Kritik in überschaubarem Rahmen.

Auf Platz eins landet der englische Autor William Shakespeare.

Der Dichter und Dramatiker aus dem 16. und 17. Jahrhundert verfasste so bedeutende Werke wie "Hamlet", "Macbeth", "König Lear", "Romeo und Julia" oder "Die lustigen Weiber von Windsor". Allein schon die Tatsache, dass seine Dramen nach über 400 Jahren noch immer zum wichtigen Bestandteil der Schauspiel-Bühnen dieser Welt zählen, rechtfertigt den ersten Platz unter den Literaten.

Neben der herausragenden Wortwahl und furiosen Sprachgewalt verfügte William Shakespeare aber auch über einen großen Geschäftssinn. Unter anderem war der Engländer aus der Grafschaft Warwickshire Mitbesitzer des Globe-Theaters in London, dessen Schauspiel-Truppe sich nach einem Mäzen "Lord Chamberlain’s Men" nannte.
Durch das Globe erreichte der Dichter großen Einfluss und konnte durch die Einnahmen ein großes Vermögen bilden.


William Shakespeare




Den italienischen Dichter Dante Alighieri hebt Daniel S. Burt auf den zweiten Rang.

Der Autor aus dem 13. und 14. Jahrhundert gilt als wichtigster Schriftsteller seines Landes. "Com(m)edia" ist unumstritten sein größtes Werk, das Dante erst 1321 kurz vor seinem Tod vollendete.

In "Com(m)edia" beschreibt ein Ich-Erzähler in einer mittelalterlichen Vision die Reise durch drei Jenseitswelten. Mit dem antiken Dichter Virgil streift der Erzähler durch die Hölle und das Fegefeuer, das in der verklärten Schau als Läuterungsberg beschrieben wird.
Im Paradies trifft die Hauptperson schließlich auf die verstorbene Geliebte von Dante, Beatrice, und wird dann von einem Heiligen weiter begleitet.

Dante lässt seine Figur auf berühmte Persönlichkeiten der letzten drei Jahrhunderte treffen. Dabei nimmt er kritisch Stellung zu deren Leben.


Eine Rekonstruktion von Dante Alighieris Gesicht.
© AFP




Der griechische Sagendichter Homer kommt an dritter Stelle.

Nur wenige gesicherte Daten sind über den antiken Schriftsteller bekannt. Er lebte vermutlich im 8. Jahrhundert vor Christus und wurde wahrscheinlich in Kleinasien (heutige westliche Mittelmeerküste der Türkei) geboren. Mit Smyrna, Athen, Ithaka, Pylos, Kolophon, Argos und Chios beanspruchen gleich sieben Gemeinden die Ehre, der Geburtsort des herausragenden Autors zu sein.

Mit der Illias und der Odyssee schuf der Südosteuropäer zwei Epen von Weltruhm. Heute bezweifeln allerdings Wissenschaftler, ob die beiden Werke oder sogar alle Teile der einzelnen Bücher von einem Autor stammen. In der Illias beschreibt Homer einen Krieg zwischen Troja und einem vereinigten griechischen Heer.
Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Armeen entzündet sich an der Entführung der schönen Helena nach Troja.

Die Odyssee
ist so etwas wie die Fortsetzung der Illias. Dieses Epos schildert die Irrfahrt des Griechen Odysseus, der nach der Schlacht in Troja wieder in seine Heimat reisen will. Doch statt einer direkten Schiffsfahrt erlebt Odysseus ein immer verworreneres Abenteuer. Der Held und seine Besatzung begegnen Sagengestalten wie Zyklopen, Sirenen und Meeres-Ungeheuern.


Homer (links) bewacht den Eingang der Freiburger Universität.
© DPA




Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi lebte vor allem im 19. Jahrhundert und wurde 82 Jahre alt.

Der Verfasser von "Krieg und Frieden", "Anna Karenina" oder "Die Kreutzersonate" schafft es auf den vierten Platz.

Im Alter von 16 Jahren beginnt der russische Adlige ein Studium der orientalischen Sprachen an der Universität Kasan. Die Ausbildung bricht er jedoch ab, um die Lage seiner 350 Leibeigenen auf seinem Gut Jasnaja Poljana zu verbessern. Als Feuerwerker der zaristischen Armee nimmt er an Kämpfen im Kaukasus und dem Krimkrieg teil.
Die Eindrücke aus den kriegerischen Handlungen prägen seine spätere literarische Arbeit entscheidend.

1857, 1860 und 1861 bereist er aus pädagogischem Interesse westeuropäische Länder und trifft dort auf Charles Dickens und Friedrich Fröbel.
Als er 1882 das Elend von Moskauer Arbeitern beobachtet, versucht er der Landflucht entgegenzuwirken und organisiert Hilfe für die Bauern. Dafür erntet Tolstoi viel Anerkennung im Ausland, Russland reagiert aber mit Ächtung.

Im gleichen Jahr wird er unter polizeiliche Überwachung gestellt, gerade erschienene Werke werden sofort verboten. Bis zu seinem Tod im Jahr 1910 muss er immer stärkere Repressionen erdulden.


Leon Graf Tolstoij



Auf den fünften Rang hat es neben Shakespeare ein weiterer Engländer geschafft: Geoffrey Chaucer.

Der Autor gilt als Begründer der modernen englischen Literatur. Sein Werk unterteilen Sprachwissenschaftler in drei Phasen, nach den jeweiligen regionalen Einflüssen für Chaucers Literatur. Der französischen Phase bis 1372 folgt eine italienische (bis 1387), um schließlich von einer englischen Periode ab 1390 abgelöst zu werden.

Als eines der wichtigsten Werke gelten die "Canterbury Tales", die nach 1388 entstanden sind. Sie fassen 100 Novellen nach dem Vorbild von Boccaccios "Decamerone" zusammen. Die Rahmenhandlung berichtet von Pilgern auf ihrer Fahrt zum Grab des Heiligen Thomas Becket, die sich in einer Taverne treffen und sich Geschichten erzählen.

Nach seinem Tod im Jahr 1400 stilisierte der Hofdichter John Lydgate Chaucer zum "Morgenstern der englischen Dichtung".
Einige Dramen Shakespeares gehen auf Geoffrey Chaucer zurück: "Troilus und Cressida" sowie die an die Erzählung des Ritters angelehnte Tragikomödie "Two Noble Kinsmen (Zwei edle Vetter)".


"The Canterbury Tales" von Geoffrey Chaucer.




Platz sechs belegte Charles Dickens.
Der berühmte Schriftsteller aus England (1812 bis 1870) wurde am 7. Februar 1812 unter dem Namen Charles John Huffam Dickens geboren. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er wohlbehütet in Landport nahe London. Doch als er elf Jahre alt war, kam sein Vater ins Gefängnis. Seine Mutter zog mit ihren sieben Kindern zu ihrem Mann ins Schuldgefängnis nach London. Fortan musste Charles Dickens den Unterhalt für die Familie verdienen.

Er klebte in einer Lagerhalle Etiketten auf Flaschen und arbeitete als Hilfsarbeiter in einer Fabrik. Als sein Vater ein Jahr später aus dem Gefängnis entlassen wurde, konnte der spätere Schriftsteller wieder zur Schule gehen und wurde anschließend bei einem Rechtsanwalt als Schreiber eingestellt.

Nach einigen Jahren arbeitete er als Journalist für die Zeitung "Morning Chronicle", wo schon bald erste Artikel von ihm veröffentlicht wurden. Später gab er monatlich die "Pickwick Papers" heraus, mit der er seine Karriere als Schriftsteller begann. Seine ersten Romane wurden als Fortsetzungsgeschichten in Zeitungen veröffentlicht.
1837 erschien sein erster Roman "Oliver Twist", der auch heute noch oft gelesen wird.

Zu seinen wichtigsten Werken gehören auch "A Christmas Carol" (Eine Weihnachtsgeschichte), "David Copperfield" und "Great Expectations" (Große Erwartungen).


Charles Dickens schreibend




Auf Rang sieben folgt James Joyce (1882 - 1941).
Joyce war ein irischer Schriftsteller, durch seine gesamten Werke zog sich die kritische Auseinandersetzung mit der irischen Gesellschaft und dem Katholizismus. In Dublin aufgewachsen, zog er 1902 nach Paris und lernte dort die Literatur des Symbolismus und des Realismus kennen.

Aufgrund finanzieller Engpässe musste er jedoch nach nur einem Jahr nach Irland zurückkehren. Doch bald zog es ihn in die verschiedensten Städte Europas, unter anderem nach Zürich, wo er im Alter von 58 Jahren starb. Sein Geld für den Lebensunterhalt verdiente er mit unterschiedlichen Berufen - jedoch war [i]Joyce[/i] zeitlebens auf die finanzielle Unterstützung seines Bruders und von Mäzenen angewiesen.

Joyce prägte das neue Stilmittel "streams of consciousness" (Bewusstseinsstrom), bei dem Gefühle und Gedanken ungefiltert und ohne große Veränderung wiedergegeben wurden.
Bekannte Werken von ihm sind "Dubliners" (Die Dubliner) "Ulysses" und "Finnegans Wake" - die letzteren beiden zählen als komplizierteste literarischen Werke des 20. Jahrhunderts und gelten als nahezu unübersetzbar.


James Joyce




Auch John Milton (1608 - 1674) taucht in der Top Ten auf, er belegt den achten Platz.
Der englische Dichter schaffte es, mit seinen Werken die englische Literatur und Kultur bis heute zu beeinflussen. Milton, ein Zeitgenosse Shakespeares, schrieb unter anderem die "Arcades" und die berühmten Gedichte "L'allegro" (Der Heitere) und "Il penseroso" (Der Gedankenvolle), was ihm zu großem Ruhm verhalf.

Seine umstrittene Staatsschrift "Defensio" wurde öffentlich durch einen Henker verbrannt und nur aufgrunde einflussreicher Freunde wurde der bereits verhaftete Dichter wieder frei gelassen. Letztendlich starb er verarmt und zurückgezogen in Bunhill bei London.

Sein letztes Werk "De Doctrina Christiana" (Zur christlichen Lehre) enthielt eine Abhandlung zur christlichen Lehre und war mit über 9000 (direkten und indirekten) Zitaten aus der Bibel angereichert. Da er zu dieser Zeit schon völlig erblindet war, brauchte er die Hilfe seiner Sekretärin, um das auf lateinisch verfasst Werk fertig zu stellen.


John Milton




Kurz vor der Zeitenwende lebte der Römer Publius Vergilius Maro (Platz neun).
Zu einem seiner bedeutendsten Büchern gehört die "Aeneis". In Anlehnung an die Odyssee des Griechen Homer startet die Erzählung im brennenden Troja, das die Hauptperson Aeneas verlässt und sich auf eine Irrfahrt begibt. Schließlich landet der Held in Latium und wird zum Stammvater Roms.

Die "Aeneis" ist ein Loblied auf die niemals endende Herrschaft der Stadt und ein Appell, die Opfer der römischen Eroberungszüge zu achten. Dabei ist Aeneas kein draufgängerischer Kriegsheld, sondern ein Charakter, der das Pflichtbewusstsein immer vorne an stellt.

Deshalb verwundert auch Virgils Lebensmotto nicht: "Frage nicht immer nur, was der Staat für dich tun kann, sondern auch, was du für den Staat tun kannst."


"Aeneis" von Vergil.
© Reclam





"Götz von Berlichingen", "Faust", "Der Erlkönig" - die meisten sind zu Schulzeiten mit Goethes Werken in Kontakt gekommen. Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) landet auf dem zehnten Platz der einflussreichsten Autoren aller Zeiten.
Goethe gilt als der bekannteste Vertreter der Weimarer Klassik und ist weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus bekannt. Er verfasste Gedichte, Dramen und Prosa-Literatur, beschäftigte sich aber auch mit naturwissenschaftlichen Arbeiten in der Botanik, Zoologie und Farbenlehre.

In Leipzig und Straßburg studierte Goethe Rechtswissenschaft und arbeitete danach als Rechtsanwalt in Frankfurt. Er träumte jedoch davon, als unabhängiger Schriftsteller tätig zu sein. Tatsächlich verfasste er im Verlauf der Jahre viele Werke, die ihm zu immer mehr Bekanntheit verhalfen. Er selbst zog sich jedoch von den Menschen zurück und fand seine Erfüllung in der Natur.

Als er im Alter von 82 Jahren starb, hinterließ er bedeutende Werke, die heute zur Weltliteratur gehören.


Johann Wolfgang von Goethe in einer Ölgemälde-Darstellung von Joseph Stieler und Friedrich Dürck.
© DPA


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aus: www.web.de
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Es wird deutlich, dass eine Liste, nie etwas anderes sein kann, als eine durchweg subjektive Aufzählung von - in diesem Fall - "den einflussreichsten Schriftstellern"...

Nicht das ich etwa belesener wäre als der Durchschnitt, aber ich habe bislang nie etwas von Geoffrey Chaucer gehört, geschweige denn gelesen!
Wie gesagt, nichts dass das etwas zu bedeuten hätte - aber ihn unter die ersten zehn aller Schriftsteller zu setzen...hm!

Okay, meine Liste sähe natürlich ohnehin vollkommen anders aus, aber grundsätzlich finde ich den Gedanken, zig Listen zu erstellen, auf denen hunderte oder tausende Leser ihre Favoriten aufzeigen sehr reizvoll.
Daraus einen Querschnitt zu erstellen - das macht in meinen Augen Sinn...hätte allemal repräsentativeren Charakter als obige, von Daniel S. Burt aufgestellte - bzw. eigentlich ist es ja ein komplettes Buch mit den literarischen Top 100 des Autors...hm!

Es ist und bleibt beruhigend zu wissen, dass nicht alle Menschen dieselbe Literatur mögen, und das sich das auch nie ändern wird...

Gipsy

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