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 ~°~ MEDIZINISCHES in Kindheit und Jugend ~°~
Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

02.10.2007 18:48
RE: BULIMIE - Ess,- Brechstörung Antworten

DEFINITION BULIMIE: - Die Bulimie, wörtlich "der Ochsenhunger", über neulateinisch bulimia [nervosa], auch Ess-Brechsucht oder Ochsen- bzw. Stierhunger genannt, gehört zusammen mit der Magersucht (griechisch-lateinisch anorexia nervosa), der Binge-Eating-Disorder und der Esssucht zu den Essstörungen.

Bulimie allein bezeichnet streng gesehen lediglich das Symptom des Heißhungers und wird dann auch als Hyperorexie (griechisches Kunstwort aus "über-" und "Appetit") bezeichnet; sie tritt in diesem Sinne auch bei Unterzuckerung aus körperlicher Ursache (z.B. Diabetes mellitus Typ 1) auf.


MERKMALE UND SYMPTOME

Bulimie-Betroffene sind meist normalgewichtig, können auch unter- oder übergewichtig sein. Sie werden von häufigen Heißhungerattacken heimgesucht und versuchen, ihr Gewicht durch Erbrechen, Hungern, Diäten, ausgiebigen Sport oder den Missbrauch von Abführ- oder Brechmitteln zu kontrollieren. Die Essanfälle treten mehr oder weniger regelmäßig auf — zwischen zwei Attacken können mehrere Wochen liegen, das Essen und anschließende Erbrechen kann auch mehrmals täglich erfolgen.
Während der Essanfälle verlieren Bulimiker die Kontrolle über sich selbst und über die Nahrungsmengen, die sie verschlingen. Die Essanfälle können aber auch geplant stattfinden.
Gründe für das anschließende Erbrechen sind vor allem die Angst vor einer möglichen Gewichtszunahme sowie Scham über den eigenen Kontrollverlust/das eigene Versagen.
Auch müssen sich Betroffene oft allein schon wegen der Unmenge im Magen übergeben. Dieses Wechselbad zwischen Hungern und Essen mit anschließendem Erbrechen, Abführen oder Abtrainieren hat der Bulimie auch den volkstümlichen Namen Ess-Brech-Sucht gegeben.

Diese so genannte Ess-Brech-Sucht beginnt oft in einem wenig höheren Alter als die Magersucht, etwa mit 17 oder 18 Jahren (oft schließt sie an eine voran gegangene Magersucht an, wenn von außen betrachtet ein Rückgang der Magersucht erzielt wurde und die Patientin/der Patient wieder zu Essen begonnen hat).
Die Betroffenen leiden meistens unter einer gestörten Selbstwahrnehmung und/oder einer Körperschemastörung (Dysmorphophobie). Wie auch die Magersüchtigen empfinden sie sich immer als zu dick, doch sind sie häufig, im Gegensatz zu den Magersüchtigen, normalgewichtig.
Die Ursachen der Bulimie ähneln denen der Magersucht. Nicht selten geht der Bulimie eine anorektische Phase voraus oder wechselt sich mit Phasen der Magersucht ab.


Oft begleiten folgende seelische und/oder soziale Probleme der Bulimie:


* Missbrauch von Alkohol, Drogen, Medikamenten, starkes Rauchen

* autodestruktives Verhalten, Selbstverletzungen oder -verstümmelungen

* unkontrolliertes Mode- und Konsumverhalten, übertriebenes Geldausgeben, so genannte Frustkäufe, nicht selten auch Kaufsucht und Ladendiebstähle

* soziale Isolation, aber auch das Gegenteil: eine Überanpassung an Gruppe, Familie, Leistungszwang, Karrieredrang (jung, dynamisch und erfolgreich)

* Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, Unzufriedenheit über die eigene Geschlechtsrolle, zum Beispiel die Ablehnung der Weiblichkeit und Sexualität allgemein

Bulimie kann akut lebensgefährlich werden.
Durch ständiges Erbrechen kann es zur Entzündung der Speiseröhre kommen. Das erhöhte Magensäureangebot im Mund schädigt bei lang anhaltender Symptomatik die Zähne.
Die massive Störung des Elektrolyt-Haushaltes (Kalium-, Eisen-, sowie Calciummangel) kann zu Herzrhythmusstörungen führen und somit lebensbedrohlich werden.


Bulimieerkrankte versuchen meist, ihre Krankheit zu verbergen. Dadurch wird sie oft erst mehrere Jahre, nachdem sie begonnen hat, erkannt/eingestanden und behandelt.
Eine frühzeitige Behandlung ist besonders wichtig, da die Aussichten auf vollständige Genesung mit jedem weiteren Jahr der Erkrankung sinken.

aus: www.wikipedia.de
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MITEINBEZIEHUNG DER ELTERN BEI BULIMIE THERAPIE ERHÖHT ERFOLGSRATE

Werden Eltern jugendlicher Bulimie-Patienten in die Therapie miteinbezogen, erhöht dies die Chancen für die Betroffenen, die Erkrankung zu überwinden.
Forscher der Universität Chicago führten dazu eine Studie mit 80 Teilnehmern mit einer Ess-Brech-Störung im Alter von 12 bis 19 Jahren durch. Bei einer Versuchsgruppe wurden die Eltern in die Behandlung miteinbezogen, während die übrigen Patienten allein psychotherapeutisch behandelt wurden.
6 Monate nach Studienbeginn waren 40% der Erkrankten mit Familienunterstützung frei von Ess- und Brechattacken, während nur 18% der allein behandelten Teilnehmer diese Verbesserung erreichten.

Bei der familienbasierten Behandlung besuchen die Eltern immer wieder zusammen mit den jugendlichen Bulimie-Patienten die Therapiestunden, da die Beziehung zu Eltern in der Entwicklung der Jugendlichen eine wichtige Rolle spielt. Daneben können Eltern die Jugendlichen zu normalen Essgewohnheiten ermutigen und dazu beitragen, dass die Jugendlichen essen und anschließend nicht erbrechen.

Trotz der viel versprechenden Ergebnisse sind sich die Experten nicht sicher, ob die Beteiligung der Familie zu den guten Ergebnissen führte oder die verstärkte Fokussierung auf das Essverhalten.

"Für eine erfolgreiche Therapie ist es hilfreich, wenn Eltern zur Auseinandersetzung im Ablösungs- und Reifungsprozess zur Verfügung stehen", sagt Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). "Dabei ist es notwendig, dass sich die Eltern dem Therapieprozess stellen."

aus: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
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Ich denke, dass heute jedes Elternpaar sehr froh und glücklich darüber sein kann, wenn es seine Kinder gesund und "halbwegs" normal groß kriegt/gekriegt hat!
Ja, nahezu Demut und Dankbarkeit könnte ich mir vorstellen, sollte man zu den Eltern gehören, deren Kinder weder Drogenabhängig, noch magersüchtig, weder Ess,-Brechsüchtig noch "kriminell", weder brutal noch menschenverachtend sind usw.

Sind sie dazu noch als körperlich und geistig gesund zu bezeichnen, dann kann man sich, denke ich, kaum noch mehr wünschen - jedenfalls nicht für das eigen Fleisch und Blut...und somit auch nicht für sich selbst!

Gipsy

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