Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
logo
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 415 mal aufgerufen
 ~°~ MEDIZINISCHES in Kindheit und Jugend ~°~
Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

05.08.2007 15:57
RE: Ängste bei Kindern und Jugendlichen! Antworten




Immer mehr Kinder und Jugendliche haben Ängste

In Deutschland sind rund 6% aller Kinder und Jugendlichen von einer Angststörung betroffen.

Typische körperliche Symptome bei angstgestörten Kindern sind Herzklopfen, Bauchschmerzen, Schwitzen und Zittern bis zu Übelkeit und Erbrechen. Die Auslöser können sehr vielfältig sein.
Man unterscheidet Trennungsangststörungen, spezifische Phobien in Bezug auf bestimmte Situationen und soziale Phobien, bei denen soziale Kontakte Ängste auslösen. Die häufigste Form der Angststörung ist eine spezifische Phobie, wie zum Beispiel eine übermäßige Angst vor Hunden oder Spinnen.

Ursache für eine Angststörung können traumatische Erlebnisse oder auch erlerntes Verhalten im Elternhaus sein. So haben Kinder angstgestörter Eltern ein höheres Risiko, selbst eine Angststörung zu entwickeln. Typischerweise ziehen sich angstgestörte Kinder stark zurück, nehmen wenig an Aktivitäten teil und leiden oft still und leise. Das führt dazu, dass die Störung gar nicht oder erst nach Jahren erkannt wird. Ist ein Kind wegen anderer gesundheitlicher Probleme in Behandlung, besteht eher die Chance auf eine frühe Diagnose.
"Angststörungen können sehr gut mit einer Psychotherapie behandelt werden. Durch eine Verhaltenstherapie lernt ein Kind schrittweise, mit seinen Ängsten umzugehen und sie zu überwinden", erklärt Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). "Bei den meisten Kindern und Jugendlichen ist dieses Ziel nach einem halben Jahr mit ambulanten Sitzungen erreicht."






UNTERSCHIEDLICHE ANGSTSTÖRUNGEN


Angststörungen zählen neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Das Krankheitsbild ist durch exzessive Angstreaktionen bei gleichzeitigem Fehlen akuter Gefahren und Bedrohungen gekennzeichnet.
Je nach Art der vorherrschenden Angst werden verschiedene Formen der Angststörung unterschieden - hier die drei wichtigsten Oberbegriffe, die im folgenden Abschnitt näher erläutert werden:

* Panikstörung

* Generalisierte Angststörung

* Phobische Störungen wie die Agoraphobie mit und ohne Panikstörung, soziale Phobie und die spezifische Phobie

Bei der Panikstörung treten schwere Angstattacken plötzlich und unerwartet auf und zwar unabhängig von bestimmten Situationen. Innerhalb von Minuten steigert sich die Angst so weit, bis man sich von der Angst überwältigt fühlt. Der Betroffene leidet unter körperlichen Symptomen wie Beklemmungs- und Erstickungsgefühlen, Schwindel, Herzrasen, Übelkeit, Taubheit und Kribbelgefühlen bis hin zur Furcht verrückt zu werden oder zu sterben.
Die Dauer eine Attacke kann zwischen wenigen Minuten und im Extremfall einigen Stunden anhalten, die meisten Panikattacken dauern jedoch nicht länger als 10 Minuten.
Frauen erkranken zweimal häufiger als Männer. Etwa 2 bis 3% der Bevölkerung leiden an dieser Angststörung. Die meisten Patienten entwickeln die Symptome zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Die generalisierte Angststörung entwickelt sich - im Gegensatz zur Panikstörung - meist langsam. Die Betroffenen leiden unter wiederkehrenden wochen- oder monatelang andauernden allgemeinen Angstbeschwerden, Sorgen oder negativen Erwartungen. Diese beziehen sich auf eigentlich nicht realistische Befürchtungen in allen Dingen des täglichen Lebens. Daher kommt der Ausdruck "generalisiert". Die Betroffenen sind meist innerlich unruhig, angespannt und haben häufig Schlafstörungen. Wahrscheinlich sind etwas mehr Frauen als Männer betroffen. Rund 4 bis 6% der Bevölkerung leiden unter einer generalisierten Angststörung.
Sie kann in jedem Alter auftreten, hat aber Erkrankungsgipfel bei Heranwachsenden und um das 40. Lebensjahr herum.


Phobien sind ausgeprägte Ängste, die durch bestimmte Situationen, Objekte oder Aktivitäten ausgelöst werden. Danach entwickelt sich eine zunehmende Vermeidung der auslösenden Situation. Dies kann bis zu einer ausgeprägten Beeinträchtigung des Alltagslebens führen. Manche Menschen sind sogar sehr einfallsreich in der Entwicklung von Ausweichstrategien, so dass diese Störung manchmal jahrelang unentdeckt bleibt. Je nach auslösender Situation unterscheidet man verschiedene Formen von Phobien:
Bei der Agoraphobie ("Platzangst") handelt es sich um die Angst vor Situationen, in denen man fürchtet, die Kontrolle zu verlieren oder in denen keine Fluchtmöglichkeit vorhanden ist. Typisch sind z. B. die Furcht vor weiten Plätzen, vor Situationen im Theater, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Aufzug, in Menschenmassen oder Einkaufssituationen in der Warteschlange vor der Kasse etc. Agoraphobien treten häufig zusammen mit Panikstörungen auf.

Patienten mit einer sozialen Phobie leiden immer dann unter einer starken Angst, wenn es um Begegnungen mit anderen Menschen geht. Sie ängstigen sich zum Beispiel in Gegenwart von anderen etwas sagen zu müssen oder in irgendeiner Weise im Mittelpunkt zu stehen.
Häufig sind es auch Befürchtungen, etwas Peinliches oder Lächerliches zu tun oder zu sagen. Sie meiden daher meist das Zusammensein mit anderen und ziehen sich immer weiter zurück.
Soziale Phobien beginnen meist schleichend schon in der Kindheit und werden zunächst einmal als "Schüchternheit" eingeschätzt.
Später besteht die Gefahr, dass Alkohol als "Spannungslöser" eingesetzt wird.

Patienten mit spezifischen Phobien umgehen möglichst bestimmte Situationen und Objekte, vor denen sie große Angst verspüren. Am häufigsten sind Tierphobien, (Hunde, Spinnen, Schlangen oder Mäuse), aber auch Blut-, Infektions- oder andere Situationsphobien (Flugangst) sind bekannt.
Frauen sind häufiger als Männer von Phobien betroffen.
75 bis 90% der Patienten mit Tierphobien und 55 bis 70% der Patienten mit Phobien vor Blut oder Verletzungen sind weiblich.

Rund 13% der Bevölkerung sind von sozialer Phobie, etwa 5% von einer Agoraphobie und ca.9% von der spezifischen Phobie betroffen.

------------------------------------------------------------

Agoraphobien vor allem zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Spezifische Phobien beginnen oft bereits in der Kindheit.

Soziale Phobien treten häufig in der frühen Jugend, bei Eintritt der Pubertät auf;



----------------------------------------------
aus: neurologen-und-psychiater-im-netz.de
----------------------------------------------

 Sprung  
Xobor Xobor Forum Software
Einfach ein eigenes Forum erstellen