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 ~* LYRIK ~~~ LITERATUR ~~~ APHORISMEN *~
Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

24.02.2007 22:33
RE: °° Preis der Leipziger Buchmesse 2007 °° antworten

Nominiertenliste "Preis der Leipziger Buchmesse 2007"

Nach nur zwei Jahren hat sich der "Preis der Leipziger Buchmesse" zu einer festen Größe im deutschen Literaturzirkel entwickelt. Um an der diesjährigen Ausschreibung teilzunehmen, konnten Verlage bis zum 30. November letzten Jahres ihre Vorschläge einreichen. Über 700 Einsendungen gingen bei der Leipziger Messe ein. Seit heute stehen die Nominierten fest:



Kategorie Belletristik


- Werner Bräunig (gest. 1976): Rummelplatz (Aufbau Verlag)

- Wilhelm Genazino: Mittelmäßiges Heimweh (Carl Hanser Verlag)

- Wolfgang Schlüter: Anmut und Gnade (Eichborn/Die Andere Bibliothek)

- Ingo Schulze: Handy, Dreizehn Geschichten in alter Manier (Berlin Verlag)

- Antje Rávic Strubel: Kältere Schichten der Luft (S. Fischer Verlag)



Kategorie Sachbuch/Essayistik

- Saul Friedländer: Die Jahre der Vernichtung. Das Dritte Reich und die Juden 1939-1945 (Verlag C.H. Beck)

- Josef Haslinger: Phi Phi Island - Ein Bericht (S. Fischer Verlag)

- Günther Rühle: Theater in Deutschland 1887-1945. Seine Ereignisse - seine Menschen (S. Fischer Verlag)

- Bernd Stöver: Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947 - 1991 (Verlag C.H. Beck)

- Christina von Braun: Stille Post. Eine andere Familiengeschichte (Propyläen Verlag)


Kategorie Übersetzung

- Swetlana Geier: Ein grüner Junge (Fjodor Dostojewskij) (Ammann Verlag)

- Gunhild Kübler: Gedichte (Emily Dickinson) (Carl Hanser Verlag)

- Rainer G. Schmidt: Clarel. Ein Gedicht und eine Pilgerreise ins Heilige Land (Herman Melville) (Jung und Jung)

- Hinrich Schmidt-Henkel: Ravel (Jean Echenoz) (Berlin Verlag)

- Andreas Tretner: Das heilige Buch der Werwölfe (Victor Pelewin) (Luchterhand Literaturverlag)
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Juryvorsitzender Martin Lüdke (SWR) zu den Nominierungen: "So viele Einsendungen hatten wir noch nie. Und auch noch nie so viele herausragende Bücher. Deshalb war unsere Jury-Arbeit in diesem Jahr sehr schwer, aber auch sehr befriedigend. Wir haben nicht nur einiges gelernt, sondern auch viel Freude gehabt."

Der "Preis der Leipziger Buchmesse" wird in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben. Zu den Juroren gehören mit Franziska Augstein (Süddeutsche Zeitung), Richard Kämmerlings (FAZ), Ulrich Greiner (Die ZEIT), Sigrid Löffler (LITERATUREN), Uwe Justus Wenzel (NZZ) und Michael Hametner (MDR) renommierte Fachleute und Literaturkritiker.

Die Auszeichnung der besten Frühjahrs-Bücher in den Kategorien "Belletristik", "Sachbuch/Essayistik" und "Übersetzung" ist zu gleichen Teilen mit insgesamt 45.000 Euro dotiert.
Unterstützt wird der "Preis der Leipziger Buchmesse" durch den Freistaat Sachsen sowie die Stadt Leipzig. Partner ist das Literarische Colloquium Berlin (LCB).
Darüber hinaus konnte die Wochenzeitschrift "Die ZEIT" in diesem Jahr als Medienpartner gewonnen werden.

Alle Titel sind unter www.literaturport.de hörbar.

Die öffentliche Verleihung des Preises findet während der Leipziger Buchmesse am 22. März 2007 um 16.00 Uhr in der Glashalle statt.

Quelle: www.leipziger-messe.de
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Über die Nominierung von Swetlana Geier in der Kategorie "Übersetzungen" freue ich mich ganz besonders, war ich doch gerade vor drei Tagen auf einer (Vor)lesung, die sie in der hiesigen Mediathek hielt.
Ich "verehre" diese Frau, weil sie es als einzige (mir bekannte) Übersetzerin der russischen Literatur geschafft hat, u.a. Fjodor M. Dostojewskij so originalgetreu ins deutsche zu übersetzen, wie das nur irgend möglich zu sein scheint.

Ein Beispiel nur:
Die gängige Übersetzung des Weltliteraturromans mit dem Titel "Schuld und Sühne" von Dostojewskij hat sie mit dem Titel "Verbrechen und Strafe" komplett neu übersetzt und sich damit große Bewunderung und Respekt all derer zugezogen, die etwas davon verstehen - nicht zuletzt von begeisterten Dostojewskij Lesern, die sicher - ebenso wie ich - fasziniert und hingerissen waren, von der ganz neuen und so viel authentischeren Sprache!

Das Verbrechen, also die Schuld des Protagonisten wird in dem Roman zu keiner Zeit gesühnt...warum also "Schuld und Sühne"?
Laut S.Geier hatte das u.a. religiöse Gründe, die man zu damaligen Zeiten nicht einfach übergehen konnte - auch bei Literaturübersetzungen hatte die Kirche bekanntermaßen ihre Finger im Spiel, um nicht zu sagen: Gerade hier!

Die korrekte und wörtliche, von Dostojewskij auch so gedachte Wortwahl, ist somit jedenfalls "Verbrechen und Strafe", denn um genau diese Dinge geht es schließlich auch in dem Roman!

Wie auch immer, all die anderen Übersetzungsarbeiten, die ich von Frau Geier kenne und gelesen habe, verdienen die Nominierung ebenfalls zigfach...ich wünsche ihr sehr, dass sie den Preis erhält!
Sie ist gerade 80 Jahre alt geworden und das wäre eine schöne Anerkennung ihrer immensen Übersetzungsarbeit!

"Die Brüder Karamasow"
hat sie übrigens vorgezogen, wie sie uns erzählte, weil sie nicht wußte, ob sie das umfangreichste der fünf großen Werke Dostojewskijs sonst noch fertig würde stelle können...gottlob hat sie sogar noch der "Der grüne Junge" (ursprügl. Titel: "Der Jüngling") hinterher geschickt, um das mal so salopp auszudrücken.

Bye Gipsy
:writly:


Hätte ich zu Swetlana Geier vielleicht ein eigenes Thema eröffnen sollen...*grübel*?

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