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Dieses Thema hat 0 Antworten
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 ~°~ Kinder, Jugendliche und die EPILEPSIE ~°~
Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

19.05.2006 21:21
RE: Krampfanfall mit geschlossenen Augen...Epilepsie? antworten

Krampfanfall mit geschlossenen Augen spricht gegen Epilepsie

Haben Säuglinge und Kleinkinder bei einem Krampfereignis die Augen geschlossen, liegt in den meisten Fällen keine Epilepsie zugrunde. Darauf weisen die Ergebnisse einer Studie des Epilepsy Centers am Children's Memorial Hospital in Chicago/USA hin.

Anhand einer Analyse der Video-EEGs von 69 Säuglingen und Kleinkindern konnten die Wissenschaftler einen eindeutigen Zusammenhang zwischen offenen bzw. geschlossenen Augen und dem Auftreten von epileptischen Anfällen nachweisen.
Die Auswertung von 91 Anfällen anhand der Video-EEGs zeigte, dass bei 93,4% aller epileptischen Anfälle die Augen geöffnet waren.

Angesichts dieses Ergebnisses folgern die Forscher, dass geschlossene Augen bei Säuglingen und Kleinkindern während eines Krampfereignisses eher gegen eine Epilepsie sprechen.

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aus: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
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Hier noch einiges zum Thema EPILEPSIE allgemein, wovon uns vieles nicht neu sein wird. Da der Artikel aber dennoch eine Menge an Informationen enthält, bei denen mir vor allem die Art und Weise des Geschriebenen sehr gefällt, setze ich den Text hier rein - man kann sich gar nicht genug an Wissen aneignen, je vielfältiger, je sinnvoller!

Hier also besagter Artikel:


Allgemeines zur Epilepsie

Unter Epilepsie versteht man eine Reihe von Krankheitsbildern, denen das wiederholte Auftreten epileptischer Anfälle ohne fassbaren Anlass gemeinsam ist.

Der Arzt verwendet anstelle des Ausdrucks "epileptisch" häufig den Begriff "zerebral" – dieser stammt aus dem Lateinischen und kommt von cerebrum = Gehirn. Dadurch wird deutlich, dass es sich um Anfälle handelt, die ihren Ursprung in einer vorübergehend gestörten Hirntätigkeit haben.



Man kann sich einen epileptischen Anfall wie ein "Gewitter im Kopf" vorstellen: Ähnlich einem Gewitter kommt es zu einer gleichzeitigen elektrischen Entladung der Nervenzellen im Gehirn. Je nachdem, welche und wie viele Nervenzellen beteiligt sind, äußert sich das in kleinen oder großen Krampfanfällen oder auch nur in kurzfristigen Bewusstseins-störungen oder abnormen Wahrnehmungen.

Die Krampfbereitschaft an sich ist eine generelle Eigenschaft des Gehirns, nicht nur des menschlichen Gehirns.
Bei jedem Menschen kann unter bestimmten Voraussetzungen ein epileptischer Anfall ausgelöst werden, bis zu 5% der Bevölkerung sind irgendwann in ihrem Leben einmal davon betroffen.
Man spricht hier auch von Gelegenheitskrämpfe , die von der Diagnose "Epilepsie" abzugrenzen sind.

Bei der Epilepsie handelt es sich um die häufigste chronische Krankheit des Zentralnervensystems. Sie betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Etwa 0,8% der Bevölkerung weltweit leiden daran, in Deutschland gibt es etwa 500.000 Erkrankte. Jährlich kommen auf 100.000 Menschen etwa 50 Neuerkrankungen. Bei ca. 75% der Epilepsie-Patienten treten die ersten epileptischen Anfälle bereits im Kindes- oder Jugendalter, vor dem 14. Lebensjahr, auf. Die epileptischen Anfälle müssen unterschieden werden von Affektkrämpfen , welche bei etwa 5% aller Kleinkinder vorkommen.



Epilepsie-Patienten müssen oft mit Vorurteilen kämpfen.
Viele Menschen verbinden heute noch mit dem Begriff "Epilepsie" etwas Rätselhaftes und Unheimliches.

Einige Leute glauben auch, dass ein Zusammenhang zwischen Epilepsie und geringer Intelligenz besteht. Das ist sicherlich nicht der Fall, nur in seltenen Fällen kann die Entwicklung eines Kindes durch eine schwere Epilepsie verzögert werden. Berühmte Epilepsie-Patienten wie Alexander d. Große, G. J. Cäsar, Jeanne d’Arc, F. M. Dostojewskij, Napoleon I. und Sokrates lassen diese These ebenfalls anzweifeln.

Eine umfassende Aufklärung der Öffentlichkeit ist dringend gefragt, denn für die Betroffenen sind die verständnislosen und ausgrenzenden Reaktionen ihrer Mitmenschen häufig eine größere Belastung als die Krankheit selbst, die heute gut behandelbar ist.
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Quelle: www.neurologen-und-psychiater.im.netz.de



Ginge das mit der öffentlichen Aufklärung doch nur etwas schneller und effektiver...wenn ich da noch an unsere Arbeit in der ehemaligen Schule unserer Tochter denke...Horror pur!
Von Toleranz oder gar Verständnis keine Spur...

Bye
Gipsy

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