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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 631 mal aufgerufen
 °° Epilepsie allgemein °°
Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

12.04.2006 16:55
RE: E P I L E P S I E -- eine sehr klare Definition antworten

EPILEPSIE

Unter Epilepsie versteht man eine Reihe von Krankheitsbildern, denen das wiederholte Auftreten epileptischer Anfälle ohne fassbaren Anlass gemeinsam ist.

Der Arzt verwendet anstelle des Ausdrucks "epileptisch" häufig den Begriff "zerebral" – dieser stammt aus dem Lateinischen und kommt von cerebrum = Gehirn. Dadurch wird deutlich, dass es sich um Anfälle handelt, die ihren Ursprung in einer vorübergehend gestörten Hirntätigkeit haben.
Man kann sich einen epileptischen Anfall wie ein "Gewitter im Kopf" vorstellen:

Ähnlich einem Gewitter kommt es zu einer gleichzeitigen elektrischen Entladung der Nervenzellen im Gehirn. Je nachdem, welche und wie viele Nervenzellen beteiligt sind, äußert sich das in kleinen oder großen Krampfanfällen oder auch nur in kurzfristigen Bewusstseins-störungen oder abnormen Wahrnehmungen.
Die Krampfbereitschaft an sich ist eine generelle Eigenschaft des Gehirns, nicht nur des menschlichen Gehirns.

Bei jedem Menschen kann unter bestimmten Voraussetzungen ein epileptischer Anfall ausgelöst werden, bis zu 5% der Bevölkerung sind irgendwann in ihrem Leben einmal davon betroffen. Man spricht hier auch von Gelegenheitskrämpfe , die von der Diagnose "Epilepsie" abzugrenzen sind.

Bei der Epilepsie handelt es sich um die häufigste chronische Krankheit des Zentralnervensystems. Sie betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Etwa 0,8% der Bevölkerung weltweit leiden daran, in Deutschland gibt es etwa 500.000 Erkrankte. Jährlich kommen auf 100.000 Menschen etwa 50 Neuerkrankungen. Bei ca. 75% der Epilepsie-Patienten treten die ersten epileptischen Anfälle bereits im Kindes- oder Jugendalter, vor dem 14. Lebensjahr, auf. Die epileptischen Anfälle müssen unterschieden werden von Affektkrämpfen , welche bei etwa 5% aller Kleinkinder vorkommen.


Epilepsie-Patienten müssen oft mit Vorurteilen kämpfen. Viele Menschen verbinden heute noch mit dem Begriff „Epilepsie“ etwas Rätselhaftes und Unheimliches. Einige Leute glauben auch, dass ein Zusammenhang zwischen Epilepsie und geringer Intelligenz besteht. Das ist sicherlich nicht der Fall, nur in seltenen Fällen kann die Entwicklung eines Kindes durch eine schwere Epilepsie verzögert werden. Berühmte Epilepsie-Patienten wie Alexander d. Große, G. J. Cäsar, Jeanne d’Arc, F. M. Dostojewskij, Napoleon I. und Sokrates lassen diese These ebenfalls anzweifeln. - Eine umfassende Aufklärung der Öffentlichkeit ist dringend gefragt, denn für die Betroffenen sind die verständnislosen und ausgrenzenden Reaktionen ihrer Mitmenschen häufig eine größere Belastung als die Krankheit selbst, die heute gut behandelbar ist.

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aus: Neurologen & Psychiater im Netz
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Der letzte Abschnitt liegt mir ganz besonders am Herzen, in genau diesem Wortlaut sollten Menschen aufgeklärt werden, für die Epilepsie noch immer gleichbedeutene ist mit "bekloppt sein" oder "unzurechnungsfähig" o.ä.!

Ob derart denkende Menschen allerdings einen Text wie diesen verstehen...das bleibt anzuzweifeln und abzuwarten!

Ciao
:writly:Gipsy

Remi Offline




Beiträge: 3.132

12.04.2006 21:32
#2 RE: E P I L E P S I E -- eine sehr klare Definition antworten

Es ist wirklich erschreckend in Deutschland, wie man hier mit Behinderten umgeht!
Gehen wir mal von der Epilepsie weg.
Ich habe nun ein halbes Jahr in einem Wohnheim für Behinderte, als Hausmeister gearbeitet.
Dort werden Jugendliche ab 16 Jahren "abgegeben", weil sie in der Familie nur noch als störend empfunden werden!
Zuerst kommen die Eltern, Geschwister noch fast jedes Wochenende, nehmen den Angehörigen sogar mit für 2Tage nach Hause.
Das ändert sich dann so schleichend, das zuerst einmal die Besuche nur noch alle 2Wochen stattfinden, und auch nur noch ein paar Stunden dauern.
Dann kommt man nur noch zu besonderen Anlässen, wie Ostern, Weihnachten, oder Geburtstage.
Jahre später kommt man dann nur noch einmal, um die privaten Sachen des Verstorbenen abzuholen.

So wie ich das beschrieben habe, beläuft es sich bei über 85 % der Fälle dort!

In anderen Ländern, wie in Italien z.B. bleiben die Behinderten zu Hause, und sind in der Familie mit intigriert.
Dort schämt sich keine/r der Angehörigen für den Behinderten!
Was ist hier in diesem Land nur so anders, so kalt, wenn´s darum geht, was anderes, "unnormales" zu akzeptieren?

Sind die Menschen hier so kalt, oder liegt es eher an der Erziehung der Menschen hier?
Ist da noch was von Hitlers denken übrig geblieben, das alle, die nicht in ein bestimmtes System oder Muster passen, eleminiert werden müßen?
Ich weiß es nicht, aber eins weiß ich, das mich das total ankotzt....

Gruß
Remi:harmonie:

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