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 ~° Medizinisches Wissen - Neurologie °~
Luca Offline




Beiträge: 10.600

15.02.2006 07:29
RE: Hilft Cannabis bei Epilepsie? antworten

Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis

Cannabispräparate werden bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Symptomen eingesetzt. Bei vielen möglichen Einsatzgebieten gibt es allerdings keine kontrollierten Studien, sondern nur einzelne Berichte.

Der sehr unterschiedliche Wissenstand über die therapeutischen Wirkungen kann anhand folgender hierarchischer Übersicht dargestellt werden.

Als gut gesicherter Effekt gilt die dargestellte Behandlung mit Cannabis bei Nebenwirkungen der Krebs-Chemotherapie, ebenso (bei) des Gewichtsverlusts bei AIDS. Diese beiden Indikationen wurden in großen kontrollierten Studien überprüft und können als etablierte medizinische Indikationen von Cannabis betrachtet werden.

Als relativ gut gesichert gilt die Wirkung von Cannabis bei Spastik aufgrund von traumatischen Verletzungen oder bei Multipler Sklerose, bei chronisch schmerzhaften Zuständen, besonders bei neurogenen Schmerzen. Auch die bronchienerweiternde Wirkung von Cannabis bei Asthma und die Senkung des erhöhten Augeninnendrucks beim Glaukom, können als relativ gut gesicherte Indikationen angesehen werden.

Es gibt einige Indikationen bei denen nur Fallberichte oder historische Berichte einen therapeutischen Nutzen nahe legen. Dazu gehören Allergien, bei denen Cannabis durch seinen Einfluss auf verschiedene Neurotransmitter und durch seinen schmerzlindernden und vermuteten antiallergischen Effekt von Nutzen sein könnte sowie Entzündungszustände, Epilepsie, Angststörungen, Migräne, neurologische Bewegungsstörungen und Depressionen.

Die stimmungsaufhellende Wirkung von Cannabis ist heute bei reaktiven Depressionen gut belegt, das heißt bei depressiven Stimmungen, welche als Reaktion auf bestimmte Ereignisse wie zum Beispiel auf schwere körperliche Krankheiten wie Krebs oder AIDS auftreten. Allerdings hat sich auch gezeigt, dass Cannabis auch bei endogenen, das heißt aus innerer Ursache entstehenden Depressionen wirken kann. Auch hier könnte sich der Einsatz von Cannabis als vorteilhaft erweisen.

Migräne

Bereits seit dem 6. Jahrhundert wurde Cannabis in Indien zur Behandlung von Migräne als nützlich angesehen. Auch Berichte aus dem 17. Jahrhundert belegen, dass Cannabiszubereitungen bei „Entzündungen des Kopfes“ empfohlen wurden.

Migräne wird definiert als Syndrom mit Kopfschmerzen, das eine unterschiedliche Kombination von Symptomen umfasst, darunter blitzartige Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit, Sehstörungen wie verschwommenes Sehen und andere visuelle Störungen. Der Migränekopfschmerz tritt charakteristischer Weise halbseitig auf und verschlechtert sich durch Licht und Lärm. Migräne gilt als eine schwere Erkrankung, deren Behandlung ein wichtiges Anliegen ist.
Bis jetzt liegen zwar noch keine wissenschaftlichen Studien zur Wirkung von Cannabis bei Migräne vor, dennoch gibt es bereits viele Berichte, welche die Wirksamkeit von Cannabis bei der Behandlung von Migräne beschreiben. So wird in einem veröffentlichten Bericht die erfolgreiche Linderung der Migräne eines Patienten durch Rauchen von Cannabis beschrieben, nachdem die herkömmliche Migränetherapie versagt hatte. Weiterhin stellte der Patient fest, dass die Häufigkeit der Migräneanfälle unter der Therapie mit Cannabis deutlich abnahm.
Die analgetische Wirkung von Cannabis könnte, so die Forschung, damit zusammenhängen, dass Cannabis die Serotoninsynthese und den Serotoningehalt im Gehirn stimuliert, indem es die Freisetzung von Serotonin aus den Nervenendigungen fördert.

Serotonin ist ein Botenstoff (Transmitter) und spielt eine entscheidende Rolle bei der Migräneentstehung. Man kann davon ausgehen, dass dieser Stoff sehr (stark) eng mit dem subjektiven Fühlen und Empfinden verknüpft ist. Eine hohe Freisetzung von Serotonin kann zu melancholischer Gefühlstiefe führen, wohingegen eine überschüssige Freisetzung überempfindlich für äußere Reize macht und oft Schwermütigkeit, Trübsinn und Bedrücktheit zur Folge hat.
In extremer Weise ist dies bei Migränepatienten zu beobachten. Eine der Ursachen für Migräneschmerzen ist die hohe Serotoninausschüttung aus den Blutplättchen. Die darauf folgende starke Gefäßerweiterung und damit zusammenhängende entzündliche Prozesse bewirken die extremen Schmerzen im Migräneanfall.
Man hat festgestellt, dass Cannabis die Serotoninfreisetzung aus den Blutplättchen verringern und verschiedene andere Serotoninrezeptortypen modulieren kann. Somit können Cannabispräparate ursächlich auf das Migränegeschehen einwirken und den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Gleichzeitig wirkt Cannabis entzündungshemmend und schmerzlindernd.
Auch die brechreizhemmende Wirkung ist bei Migränepatienten von großem Nutzen, da oft jegliche Nahrung, ebenso Medikamente, die eingenommen werden, um eine Migräneattacke zu behandeln, sofort wieder erbrochen werden. Dies ist mit ein Grund dafür, dass die herkömmliche Therapie oft wirkungslos bleibt. Bei Migräne wird deutlich, wie unterschiedlich die Beschwerden sein können und welch hohen Anforderungen sich daraus an ein wirksames Medikament zur Linderung dieser Beschwerden ergeben. Cannabis weist eine Vielzahl von Eigenschaften auf, die in der Therapie der Migräne von großer Bedeutung sein könnten. Schon in der Darstellung des Wirksterns (siehe Kap. 1) wurden die vielen verschiedenen und sich gegenseitig ergänzenden Wirkeigenschaften erläutert.


Neurologische Bewegungsstörungen

Positive Berichte über die Verwendung von Cannabis liegen auch vor in der Behandlung neurologischer Bewegungsstörungen wie beispielsweise dem Tourette Syndrom oder anderen Erkrankungen, bei denen der natürliche Spannungszustand (Tonus) von Muskeln und Gefäßen gestört ist (Dystonien). So konnten einige der Patienten eine gute Besserung ihres Zustandes feststellen, bis hin zur völligen Kontrolle der Symptome.

Kasten: Das Tourette-Syndrom (TS) ist eine neuropsychiatrische Erkrankung, die durch Tics charakterisiert ist. Bei den Tics handelt es sich um unwillkürliche, rasche, meistens plötzlich einschießende und mitunter sehr heftige Bewegungen, die immer wieder in gleicher Weise einzeln oder serienartig auftreten können.

Obwohl auch hier nur einzelne Fallberichte und wenig kontrollierte Studien vorliegen, wird bereits jetzt ein größerer Einsatz von Cannabis bei diesen neurologischen Bewegungsstörungen in Betracht gezogen. Cannabinoidrezeptoren sind im besonderen Maße in den Basalganglien lokalisiert (siehe Kap. 1), welche eine zentrale Rolle bei den Bewegungsabläufen spielen. Es wird vermutet, dass Cannabinoide, die an den dort lokalisierten Rezeptoren andocken, eine regulierende Wirkung innerhalb der Basalganglien ausüben und so die Beschwerden bei Krankheitsbildern wie dem Tourette Syndrom lindern können.

Fibromyalgie, Autoimmunkrankheiten

Im Bereich der Grundlagenforschung befinden sich Krankheitsbilder wie Fibromyalgie und bestimmte Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis, ebenso Fieber und Bluthochdruck.

gefunden bei WEB.DE
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Das käme wahrscheinlich nur Patienten ab dem 16. Lebensjahr zu Gute, denn Cannabis im Kindesalter, ich glaube nicht, das dies angebracht ist!

Gruß
Luca:harmonie:

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