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 ~°~ Kinder, Jugendliche und die EPILEPSIE ~°~
Luca Offline




Beiträge: 10.600

31.01.2006 09:40
RE: Nebenwirkungen bei Antiepileptika! Antworten

Bei Antikonvulsiva handelt es sich um wirksame Medikamente, die in die Informationsweitergabe der Zellen eingreifen. Somit ist es verständlich, dass diese Medikamente auch Nebenwirkungen aufweisen können. Zu unterscheiden sind die dosisabhängigen Nebenwirkungen von den nichtdosisabhängigen Nebenwirkungen. Erstere können z.B. durch Reduktion der Dosis gemindert oder aufgehoben werden. Hierzu gehört z.B. das Doppeltsehen, das eine typische Überdosierungserscheinung des Carbamazepins ist. Hohe Dosen von Antiepileptika können zu Verlangsamung und verminderter Spannkraft führen. Unter der Wirkung von Valproat wird häufig ein Zittern beobachtet. In einigen Fällen kann es zu Haarausfall und Gewichtsschwankungen kommen.

Fast alle Antiepileptika werden über die Leber ausgeschieden, so dass eine regelmäßige Überwachung der Leberwerte erfolgen muß.

Bei den dosisabhängigen Nebenwirkungen lässt sich meist ein zeitlicher Zusammenhang zur Einnahme der Medikamente herstellen. Die Erscheinung tritt immer im gleichen Abstand zur Tabletteneinnahme auf, nämlich zu dem Zeitpunkt der höchsten Konzentration im Blut. Auffälligkeiten bei der Tabletteneinnahme sind keine Wirkung der Substanz, hier müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Gerade eine Verlangsamung oder verminderte Spannkraft führen immer wieder zu unkontrollierter Dosisreduktion und fehlender Compliance (Mitarbeit des Patienten bei der Therapie, d. h. dass er tut, was man ihm sagt). Es ist jedoch auch immer zu prüfen, ob diese nicht durch die Erkrankung der Epilepsie hervorgerufen ist. So kann es bei falscher Medikamenteneinnahme (oder fehlender Therapie) zu einem Dämmerzustand kommen, der einer Trance gleicht und einen anhaltenden Krampfanfall ohne Muskelkrämpfe darstellt. Andererseits kann das Epilepsiesyndrom (z.B. Lennox-Gastaut-Syndrom) mit einem geistigen Abbau einhergehen, der unabhängig von der Medikation und den Anfällen eintritt.

Änderungen der Dosierung und medikamentöse Umstellung sollten daher immer mit dem behandelnden Epileptologen abgestimmt werden. Es sollte versucht werden, das Ausmaß der Veränderung zu erfassen. Bei leichten Nebenwirkungen, wie z.B. ein Ruhezittern oder eine vermehrte Atmung (bei Sultiam häufig), sollte überprüft werden, inwieweit sie als Beeinträchtigung aufgefasst werden müssen, oder ob sie bei Anfallfreiheit zu tolerieren sind. Wenn durch die Reduktion des Medikaments erneut Anfälle auftreten, kann es vorkommen, dass diese auch bei erneuter Dosissteigerung nicht wieder kontrolliert werden können.

Quelle: Internet über Epilepsie!

Gruß
Luca

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