Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
logo
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 613 mal aufgerufen
 °° Epilepsie und Soziales °°
Luca Offline




Beiträge: 10.600

17.01.2006 20:31
RE: Neues Register für schwangere Epileptikerinnen Antworten

Neues Register für schwangere Epileptikerinnen

Epilepsie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Erstmals für ganz Europa gibt es nun ein Register, das für schwangere Epilepsie-Patientinnen und involvierte Ärzte Information und Beratung bietet.

Dies teilte Gerhard Luef von der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie am Freitag mit. In Österreich sind 65.000 Menschen von Epilepsien betroffen.

Anonyme Erfassung von Daten

Das neue Register nennt sich "EURAP" (European Registry of Antiepileptic drugs during Pregnancy). Im Rahmen einer gemeinsamen europäischen Aktion, an der laut Luef bisher 31 Länder beteiligt sind, werden alle Schwangerschaften unter Antiepileptika in diesem Register anonym erfasst.

Bisher wurden mehr als 3.000 Patientinnendaten gesammelt. Neben den europäischen Ländern beteiligen sich auch Israel, Australien und Argentinien am EURAP.

Basis für große epidemiologische Studie

Das Register soll nach Angaben des Experten die Basis für eine erste große epidemiologische Studie bieten. Mit dieser Studie sollen nach Angaben des Experten erstmalig in der Neurologie die Effekte von Antiepileptika bei Schwangeren erforscht werden.

Das Ziel ist, einen Aufschluss über die tatsächlichen Risiken einer Missbildung oder eines Abortus zu gewinnen.

"Oft falsche Beratung ...

"Die Erfahrung im klinischen Alltag zeigt, dass Frauen, die an Epilepsie erkrankt sind, im Falle einer geplanten oder auch ungeplanten Schwangerschaft immer wieder falsch beraten werden. Meist handelt es sich um eine unrealistische Risikoeinschätzung hinsichtlich der eingenommenen antiepileptischen Medikamente und der Gefahr durch Anfälle während der Schwangerschaft", erklärte Luef.

... Epilepsie kein Grund, auf Kinder zu verzichten"

Der Neurologe ist Leiter der Arbeitsgruppe "Epilepsie und Frau" der Österreichischen Sektion der Internationalen Liga gegen Epilepsie. Epilepsiekranken Frauen werde häufig von einer Schwangerschaft abgeraten.

Anstelle von "undifferenzierten Angaben" sollten die Frauen exakt aufgeklärt werden. "Mit dem Schwangerschaftsregister wollen wir dieses Informationsdefizit beseitigen. Epilepsien stellen in der Regel keinen Grund dar, auf Kinder zu verzichten", betonte der Mediziner.

Infos für Betroffene und Ärzte

Das Register sei für jeden Arzt offen. Sowohl Information und Beratung der behandelnden Ärzte als auch der Patientinnen seien möglich. Das EURAP wurde in Italien und Schweden gestartet. Nach längeren Vorbereitungen werden nun auch von Innsbruck ausgehend Daten für Österreich erfasst.

Es wurden bisher 140 Schwangerschaften von Epilepsiekranken Frauen in Österreich erfasst. Regionale Zentren werden neben der Österreich Zentrale Innsbruck in Graz, Linz und in St. Pölten eingerichtet.

http://science.orf.at/science/news/71585


Gruß
Luca:Blume:

rebecca Offline




Beiträge: 1.277

12.03.2006 02:16
#2 RE: Neues Register für schwangere Epileptikerinnen Antworten

Wie der kanadische GlobeAndMail am Mittwoch berichtete, sieht eine kürzlich veröffentlichte Studie einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antidepressiva und ähnlichen Medikamenten während der Schwangerschaft und der Erkrankung an Leukämie (Blutkrebs) bei Kindern.

Die in der medizinischen Zeitschrift "Cancer Causes & Control" veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluß, daß die Wahrscheinlichkeit für ein Kind, an Leukämie zu erkranken sechs Mal höher ist, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Medikamente wie Seconal oder Valium, aber auch "Schlaftabletten" wie Halcion und Ambien eingenommen hat. Die Studie führt eine ganze Reihe von Medikamenten auf, die diese Wirkung haben, unter anderem: Antidepressiva, Medikamente gegen Epilepsie, Immunsuppressiva, Empfängnisverhütungsmittel, Entzündungshemmer und Mittel gegen Übelkeit. Das größte Risiko stellen dabei aber mit Abstand Antidepressiva dar.

"Wenn man diese Medikamente während der Schwangerschaft vermeiden kann, sollte man es tun", sagte Claire Infante-Rivard, Professorin für Epidemiologie an der McGill Universität von Montreal und eine Autorin der Studie.

Zwar warnte sie selbst, daß die Ergebnisse der Studie vorsichtig:dozier: zu interpretieren seien, da die Zahl der untersuchten Fälle "sehr gering" sei, angesichts der Gesamtzahl der Leukämiefälle bei Kindern in Kanada von etwa 250 jährlich scheint die Studie allerdings durchaus Aussagekraft zu besitzen. Für die Studie wurden 780 Fälle von in der Provinz Quebec zwischen 1980 und 2000 an Leukämie erkrankten Kindern mit der gleichen Zahl nicht erkrankter Kinder verglichen. Dabei wurde untersucht, welche Medikamente die Mütter während der Schwangerschaft eingenommen hatten.

(www.geistig-frei.com)

 Sprung  
Xobor Xobor Forum Software
Einfach ein eigenes Forum erstellen