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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 629 mal aufgerufen
 °° Epilepsie allgemein °°
Luca Offline




Beiträge: 10.600

07.11.2005 21:48
RE: Sport und Epilepsie antworten

Sportliche Betätigung steigert das Wohlbefinden - auch bei Menschen mit Epilepsie

Dass sportliche Betätigung das Wohlbefinden steigert, gut für das Selbstwertgefühl ist und soziale Kontakte fördert, ist seit der Antike bekannt. Weniger bekannt ist, dass dies auch für Menschen mit Epilepsie gilt. Ziel des Tages der Epilepsie 2004 - der in diesem Jahr unter dem Motto Epilepsie und Sport steht - ist es, Menschen mit Epilepsie zu ermuntern, sich sportlich zu betätigen und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wo und wie sie dies machen können.

Epilepsie - eine Krankheit, die Menschen seit jeher wegen ihres Erscheinungsbildes gleichermaßen fasziniert wie ängstigt - gehört heute zu den gut behandelbaren Krankheiten und dürfte für Betroffene kein Stigma mehr sein. Früher war das anders. Obwohl bekannt war, dass historische Persönlichkeiten wie Alexander der Große, Sokrates und Caesar an einer Epilepsie erkrankt waren und trotzdem gewaltiges leisteten, wurde Epilepsie von der Volksmedizin bis ins 19. Jahrhundert hinein mit Besessenheit erklärt. Dies war nicht immer negativ gemeint. Epileptische Anfälle wurden beispielsweise mit Enthusiasmus - aus dem griechischen "Gotterfülltsein" - beschrieben. Hippo-krates überschrieb sein Kapitel über die Epilepsien mit "Die Heilige Krankheit".


Epilepsie kann jeden treffen

Etwa 5 % der Menschen weltweit hatten bereits einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall. An Epilepsie, d.h. wiederholt auftretenden epileptischen Anfällen, sind in Deutschland etwa 500.000 Menschen erkrankt.

Die Epilepsie gehört zu den am häufigsten auftretenden neurologisch bedingten Erkrankungen. Bei den Symptomen einer Epilepsie handelt es sich um eine vorübergehende Hirnfunktionsstörung, d. h. eine Störung des Gleichgewichts zwischen Erregungs- und Bremsvorgängen größerer Nervenzellenverbände des Gehirns. Die Diagnose Epilepsie bezeichnet nur die Tatsache, dass jemand mehrere epileptische Anfälle hat. Das klinische Bild wird bestimmt durch die zugrundeliegenden oder begleitenden Erkrankungen des Gehirns. Diese Erkrankungen können auf der einen Seite schwer sein, auf der anderen Seite aber auch völlig fehlen. Fehlen sie, sind diese Menschen mit einer Epilepsie im täglichen Leben kaum beeinträchtigt und fallen nur dadurch auf, dass sie plötzlich und überraschend einen epileptischen Anfall bekommen.

Die Symptome der Epilepsie - die epileptischen Anfälle - sind sehr vielfältig. Sie können von Bruchteilen von Sekunden bis zu einigen Minuten dauern. Das Bewusstsein kann während eines Anfalls erhalten bleiben oder gestört sein. Manche Anfälle werden von Laien gar nicht als solche erkannt. Bei anderen kommt es zu heftigen Zuckungen, unter Umständen auch zum Sturz. Manche Anfälle treten nur aus dem Schlaf, andere nur nach dem Aufwachen auf.

Es werden mehr als 30 Arten epileptischer Anfälle und ebenso viele Arten epileptischer Syndrome (Kombi-nation bestimmter Formen epileptischer Anfälle in Verbindung mit anderen Merkmalen, z.B. einem Auftreten der Anfälle in der frühen Kindheit, charakteristischen EEG-Veränderungen etc.) unter-schieden.

Die Ursachen der Epilepsie sind vielfältig. Häufig spielen Schädigungen des Hirngewebes eine Rolle, bedingt durch z.B. Sauerstoffmangel während der Geburt oder Durchblutungsstörungen. Auch Tumore oder Unfälle, bei denen das Gehirn verletzt wird, können eine Epilepsie verursachen. Epilepsie ist keine Erbkrankheit - man weiß jedoch, dass eine erhöhte Neigung des Gehirns, mit Anfällen zu reagieren, vererbt werden kann. Nicht jeder, der diese Neigung hat, bekommt aber tatsächlich Anfälle. In der Regel kommen zusätzliche Faktoren, wie z.B. eine strukturelle Schädigung des Hirngewebes hinzu, die aber so minimal sein kann, dass sie mit den gängigen Untersuchungsmethoden nicht nachweisbar ist. Dies ist ein Grund, warum bei fast 50% der Betroffenen die genaue Ursache der Epilepsie im Dunkeln bleibt. Aber auch in Fällen, in denen die Ursache einer Epilepsie im Prinzip bekannt ist, ist letztlich nicht geklärt, wie und wann es zu der für einen epileptischen Anfall charakteristischen abnormen Entladung von Hirnzellen-populationen kommt.


Frühzeitige Behandlung verbessert die Lebens-qualität
Durch moderne Therapien ist die Epilepsie heute eine gut behandelbare Krankheit. Kommen Betroffene zu den richtigen Fachärzten, können 50 bis 60 Prozent damit rechnen, durch medikamentöse Behandlung völlig anfallsfrei zu werden. 20 bis 30 Prozent erreichen eine wesentliche Besserung ihres Krankheitsbildes.

25 % der Patienten gelten hingegen als pharmakoresistent. Für einen Teil dieser Patienten besteht die Option eines chirurgischen Eingriffes, mit dem in Abhängigkeit von der Art der Epilepsie in bis zu 90% aller Fälle Anfallsfreiheit erreicht werden kann. Es wird geschätzt, dass derzeit in der Bundesrepublik 25.000 Menschen die Indikation für eine prächirurgische Abklärung erfüllen.


Information statt Isolation

Die positiven Heilerfolge der modernen Medizin ermöglichen vielen der 200.000 Kindern und 300.000 Erwachsenen, die in Deutschland an einer Epilepsie erkrankt sind, ein Leben ohne epileptische Anfälle. Die soziale Situation jener Betroffenen wird hingegen vielfach immer noch durch Ablehnung, Verständnislosigkeit und Ausgrenzung geprägt. Dies betrifft auch die sportliche Betätigung. Beispielsweise werden immer noch viele Kinder und Jugendliche mit Epilepsie vom Schulsport befreit oder lassen sich aus Furcht vor den Anfällen vom Schulsport befreien. Dies gilt auch für Erwachsene.

Ergebnisse internationaler Studien zeigen, dass sich Menschen mit Epilepsie deutlich weniger sportlich betätigen als Menschen ohne Epilepsie.

Dabei wird übersehen, dass sportliche Betätigung von Menschen mit Epilepsie i.d.R. nicht anfallsfördernd ist und auch nicht mit einem höheren Unfallrisiko behaftet ist. Das Gegenteil ist der Fall: Sport fördert nicht nur das Wohlbefinden der Menschen mit Epilepsie und hat eine positive Auswirkung auf ihre sozialen Kontakte, sondern beeinflusst i.d.R. auch den Krankheitsverlauf positiv.

Am diesjährigen Tag der Epilepsie - der wie immer am 5. Oktober unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Rita Süssmuth stattfindet - werden in vielen größeren und kleineren Städten Deutschlands Veranstaltungen zum Thema Epilepsie und Sport stattfinden, die vom Bundesverband der Epilepsieselbsthilffe, der Deutschen Epilepsievereinigung e.V. und ihren Landesverbänden sowie regionalen Gruppen in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern durchgeführt und vom Deutschen Sportbund unterstützt werden. Informationen zu diesen Veranstaltungen und weitere Informationen zum Tag der Epilepsie finden Sie unter

Quelle: deutsche Epilepsievereinigung gem.


Gruß
Luca:harmonie:

Hexe ( gelöscht )
Beiträge:

14.04.2006 00:41
#2 RE: Sport und Epilepsie antworten

Sport und Epilepsie?

Ganz normal... tun als ob nix ist... ist unverantwortlich ich weiß, aber ich sterb lieber und versuch normal zu sein, als ängstlich durchs Leben zu gehen...
Nun ja meine Anfälle beziehen sich auf nach dem Aufstehen von daher ist das Problem relativ leicht zu umgehen... kein Frühsport^^

ich weiß nicht, ob das hier in die Topic passt, aber mehr als falsch sein kann es ja nciht

Gipsy ( gelöscht )
Beiträge:

14.04.2006 12:28
#3 RE: Sport und Epilepsie antworten

Hallo Hexe,

zur Not läßt sich ja immer noch alles verschieben...

Gruß
:writly: Gipsy

schwarzer vogel ( gelöscht )
Beiträge:

19.12.2007 08:32
#4 RE: Sport und Epilepsie antworten

hätte nächsten februar die chance, eine woche (gratis) mit meinem vater schifahren zu gehen ... nur habe ich ein wenig bedenken ... mein vater sagt zwar, dass er eh bei mir ist ... nur falls ich irgendwie eine absence oder gar einen anfall bekommen sollte während der fahrt, kann er mir wohl nicht helfen ... ich sehe mich schon auf einem baum kleben ... soll ich das riskieren? ich meine, ich hatte seit dem umfall keinen anfall mehr, nur eine leichte aura ohne anfall ... nur zum spazierengehen will ich nicht soweit fahren, das ist mir zu dumm ... ich fahre eigentlich gern schi, nur möchte ich keinesfalls so enden:



*ggg* sieht lustig aus, aber kann durchaus passieren (und ist auch schon nicht-epileptikern passiert )

naja, ein bisschen zeit hab ich ja noch zum überlegen ...

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