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Luca Offline




Beiträge: 10.600

29.10.2005 10:49
RE: weiteres über Epilepsie II antworten

Hilfe beim Anfall

Wenn ein Anfall auftritt, gilt es, Ruhe zu bewahren. Die meisten Anfälle klingen von allein ab. Was man tun kann, ist
Gegenstände, die eine Verletzungsgefahr darstellen, außer Reichweite bringen
evt. den Kopf mit Kleidungsstücken oder Kissen unterlegen
Brille abnehmen
beengende Kleidungsstücke lösen
nach dem Anfall den Patienten in die stabile Seitenlage bringen

Man sollte dem Kind nichts zwischen die Zähne schieben, um einen Zungenbiss zu verhindern. Ein Beißkeil hat nur Sinn bei einer Serie von Anfällen, wenn er zwischen den Anfällen in den Mund geschoben wird. Im Anfall werden dadurch nur die Zähne geschädigt, der Zungenbiss erfolgt wenn zu Beginn des Anfalls.

Das Kind darf während des Anfalls nicht festgehalten werden, und man sollte nicht versuchen, dass Kind zu beatmen.
Jeglicher Versuch, die Muskulatur gegen Widerstand in eine Richtung zu bewegen, ist entweder nutzlos oder gefährdet den Patienten. Durch Festhalten mit grober Gewalt könnten Knochen brechen. Eine mögliche Stimulation wie Tauchen in kaltes Wasser oder Schläge sollte unterlassen werden

Die Gabe eines „Notfallmedikaments“ (Diazepam) ist bei einem Grand-mal erst bei einer Anfallsdauer von über 3 Minuten notwendig. Dies kommt nur in extremen Ausnahmesituationen vor. Diazepamrektiolen werden wie ein Zäpfchen verabreicht

Prognose

Die Prognose für die verschiedenen Epilepsieformen ist sehr unterschiedlich. 80-85% der Epilepsien können mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten jedoch so behandelt werden, dass Anfallsfreiheit erreicht wird. Nach mehrjähriger Anfallsfreiheit kann bei Kindern, bei denen keine Ursache für die Epilepsie gefunden wurde, ein Versuch unternommen werden, die Medikamente zu reduzieren. Gerade im Kindesalter kann es nach einigen Jahren zu einer spontanen Ausheilung der Krankheit kommen.

Häufige Fragen

Düften Kinder mit Epilepsie Sport treiben?
Die Kinder dürfen und sollen Sport treiben. Gewisse Vorsichtsmaßnahmen sollten allerdings beachtet werden:
Schwimmen und Baden sollte nur unter Einzelaufsicht stattfinden, auch in flachen Gewässern. Während eines Krampfanfalls können die Patienten sonst rasch untergehen und ertrinken.
Geräteturnen immer mit Hilfestellung und dicker Matte durchführen.
Beim Wintersport sollte die Gefahr im Sessellifts berücksichtigt werden.
Sportarten mit erhöhter Absturzgefahr (z.B. Klettern, Fallschirmspringen) sollten vermieden werden, ebenso Tauchen. Leichtathletik, Bodenturnen, Ausdauersportarten und Ballspiele (außer Kopfballtraining) sind im Allgemeinen uneingeschränkt möglich.

Bücher zum Thema

„Anfälle im Kindesalter. Schwerpunkt gutartige Epilepsien. Antworten auf Elternfragen“
Helmut Volkers, Urban & Fischer Verlag, ca. 15 €
ISBN: 3437555200

"Epilepsie: Antworten auf die häufigsten Fragen. Hilfreiche Informationen für Betroffene und Angehörige"
Günter Krämer, TRIAS –Verlag, ca. 19 €
ISBN: 3893735860

Quelle: www.epilepsie-Netz.DE
Gruß
Luca:sunny:

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