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 RE: °° Erster deutscher Nobelpreisträger ( 1902 ) °°

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ÜBER DEN ERSTEN DEUTSCHEN LITERATURNOBELPREISTRÄGER ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~



Theodor Mommsen:
Der erste deutsche Literaturnobelpreisträger (1902)



Wer war Mommsen?

Theodor Mommsen (1817 - 1903) wurde in Garding geboren, studierte in Kiel (1838 - 1844) und stieg seit 1858 in Berlin zum bedeutendsten Historiker des 19. Jahrhunderts auf. Er führte daneben ein intensives privates und politisches Leben. Kurz vor seinem Tod wurde ihm der Literaturnobelpreis verliehen



Mommsens Geburtshaus in Garding


Literaturnobelpreisträger

Theodor Mommsen erhielt 1902 als erster Deutscher den Literaturnobelpreis. Die heute weltweit bedeutendste Auszeichnung für Literatur wird seit 1901 von der Schwedischen Akademie für Sprache vergeben. Mommsen ist der einzige Historiker, dem jemals der Literaturnobelpreis verliehen wurde. Ihm wurde der Preis für seine mehrbändige "Römische Geschichte" zugesprochen. Das Werk, das die Geschichte Roms von den Anfängen bis zur Ermordung Cäsars behandelt, in zahlreiche Sprachen übersetzt worden ist und bis heute 17 Auflagen erlebt hat, ist äußerst anschaulich und fesselnd geschrieben. Die Schwedische Akademie nannte Mommsen den "größten lebenden Meister der historischen Darstellung.



Mommsen um 1860.
(Quelle: Familienbesitz Dr. Friedrich Jens Mommsen)




Der Wissenschaftler


Mommsen ist die Forscherpersönlichkeit des 19. Jahrhunderts, die entscheidend dazu beigetragen hat, daß sich die Alte Geschichte innerhalb der modernen Geschichtswissenschaft zu einer weitgehend selbständigen Teildisziplin entwickelte
Eine Hauptleistung Mommsens ist die Veröffentlichung zahlreicher Quellen und dabei besonders die systematische Erschließung der lateinischen Inschriften. Inschriften, also alle auf festem Material, wie Stein oder Metall, festgehaltenen Texte, dienten in der Antike verschiedenen Zwecken, z.B. als Grabinschriften oder zur öffentlichen Bekanntgabe von Gesetzen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lagen zwar schon etliche Abschriften von Inschriften gedruckt vor, aber es existierte auch ein Wust ungedruckter Aufzeichnungen, und viele Inschriften waren noch gar nicht entdeckt. Mommsen begann die systematische Publikation aller lateinischen Inschriften im "Corpus Inscriptionum Latinarum" (CIL). Mommsens Arbeitseinsatz war enorm, er selbst gab fünf Bände heraus und konnte dank seines großen Organisationstalentes zahlreiche eigene Schüler und Mitarbeiter sowie ausländische Wissenschaftler für die Arbeit am CIL gewinnen.
Neben seiner Tätigkeit als Quellenherausgeber und Wissenschaftsorganisator widmete sich Mommsen noch zahlreichen historischen Untersuchungen. Sein Werk umfasst insgesamt mehr als 1500 Titel.



Mommsen in seinem Arbeitszimmer.
(Quelle: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek)



Der Mensch

Mommsens Leben ist eine Erfolgsgeschichte. Er stammte aus bescheidenen Verhältnissen und brachte er es dank großer Begabung und mit Einsatz und Arbeitsdisziplin bis zum international verehrten Gelehrten. Dennoch blieb er bescheiden und zweifelte immer wieder an den eigenen Leistungen.
Mommsen war aber auch ein Familienmensch, der mit seiner Frau Maria Auguste nicht weniger als 16 Kinder hatte. Obgleich er sich als Wissenschaftler und Politiker ein unglaublich großes Arbeitspensum auferlegte, kümmerte er sich um die Erziehung seiner Kinder. So sorgte er dafür, dass auch seine Töchter eine Berufsausbildung absolvieren konnten, was damals keineswegs selbstverständlich war, gingen doch viel davon aus, dass eine Frau keine Ausbildung benötigte, da sie heiratete.

Persönliches und Privates

Theodor Mommsens Tochter Adelheid (1869-1953) hat 1936 ein kleines Buch über ihren Vater verfasst, in dem sie ein anschauliches Bild von Theodor Mommsens Persönlichkeit entwickelt. Daraus folgen hier einige Auszüge.

Mommsen: kein verwirrter Professor

"Ich sehe meinen Vater wohl zuerst, wie er mit großen Büchern unter dem Arm aus der Pferdebahn steigt und wir Kinder uns am Knie, mit der Schulmappe auf dem Rücken, zu ihm gesellen. Wir versuchten dann, neben ihm herzugehen und warteten gespannt darauf, wann er uns entdecken würde . Er war so vertieft in seine Gedanken, daß wir gewiß bis ans Haus gekommen wären, wenn wir es solange ausgehalten hätten. Aber wir zupften ihn am Rock oder machten uns sonstwie bemerkbar. Der freundliche Gruß, der uns geboten wurde, steht jedenfalls in starkem Widerspruch zu der törichten Erzählung, über die wir uns in späteren Jahren oft geärgert haben: unser Vater hätte auf der Straße seine eigenen Kinder nicht gekannt. Er ist aber wohl nicht der einzige Gelehrte, von dem sie umgeht."


Familienmensch und Wissenschaftler

"Hatte unser Vater den Tag über in seinem Zimmer gearbeitet, soweit er nicht die Königliche Bibliothek dazu aufsuchen musste, so verbrachte er die Abende im Wohnzimmer. Mit dicken Büchern erschien er zum Abendessen, und kaum war der Tisch geräumt, so vertiefte er sich von neuem in die Arbeit. Es mag wohl eine leichtere Art gewesen sein. Aber er arbeitet, während wir Kinder um den Tisch herum saßen, jeder in seiner Art beschäftigt oder auch bei gemeinsamen Spiel. In jener Zeit waren meist fünf Töchter, ganz oder fast erwachsen, im Haus; die Söhne hatten fast alle das Elternhaus verlassen, nur der jüngste war gelegentlich dabei. Da ging es lebhaft zu; es wurde gescherzt und gelacht, gestritten und auch gezankt, mit der Mutter das geliebte Bezique gespielt und was dergleichen mehr war.
Wer von uns wirklich zu arbeiten hatte, so vor abzulegenden Prüfungen, zog sich mit seinem Petroleumlämpchen ins eigene Zimmer zurück. Anders der Vater! Er arbeitete trotz des Lärms intensiv. Und was das Erstaunliche war, er hörte dabei oft, was um ihn herum vorging, neckte uns, wenn die Sprache der jungen Mädchen einmal zu deutlich oder zu berlinisch wurde. Er antwortet auf jede Frage, und wir hatten nie das Gefühl, ihn zu stören."

Poesie und Liebe

"In Freud und Leid trieb es ihn zum Dichten. Zum Polterabend der Tochter und der Söhne ließ er gern die Blumen des Gärtchens sprechen, begleitet das Brautpaar in kurzen, innigen Gedichten von Fluß zu Fluß oder von Stadt zu Stadt durch Kinder- und Jugendjahre und hinein in die lockende Zukunft, Ernst und Humor in eigenartiger Weise mischend. (...)
Die feinsten seiner Verse aber waren zu allen Zeiten unserer Mutter gewidmet, und ich weiß nichts, was das einzigartige Verhältnis meiner Eltern besser zum Ausdruck bringt als das schon einmal erwähnte Gedicht für die Siebzigjährige:

Mein Lieb, seit unserm ersten Kuß
Lebten wir insgemein;
Wir teilten wie den Regenguß
So auch den Sonneschein.

Wir haben unsern Totenkreis,
Darinnen wir geweilt.
Wer von dem jungen Volke weiß,
Was alles wir geteilt!

Des Volkes Lenz, wie brach er auf
Mit mächtiger Gewalt!
Geändert ist der Zeiten Lauf,
Nun ist die Jugend alt

Und dennoch manche Pönitenz
Ward glücklich uns erspart,
Zum Beispiel vor der Exzellenz
Hat uns ein Gott bewahrt.

Die Rosen, die wir einst gesetzt,
Sie hielten keine Treu,
Allein die Linde steht noch jetzt
Und blüht Dir jährlich neu.

Doch eines weiß ich, was mir blieb
Und fest hielt mit mir aus:
Du bist es, mein geliebtes Lieb,
Du Segen unserm Haus."



Theodor Storm im 40. Lebensjahr

Wie Theodor Mommsen stammte auch der bekannte Schriftsteller Theodor Storm von der schleswig-holsteinischen Westküste. Mommsen wurde 1817 in Garding geboren, Storm erblickte im gleichen Jahr in Husum das Licht der Welt. Ein großes Publikum erreicht er noch heute mit seinen Gedichten und Novellen. Mommsen und Storm verband insbesondere während ihrer Studienjahre in Kiel eine enge Freundschaft.


Mommsen und seine Töchter

"Von den zwölf Kindern, die unsere Eltern überlebten - sechs Söhne und sechs Töchter -, sind alle ihren Lebensweg tapfer gegangen. Die Söhne haben zum Teil an verantwortungsvollen Posten bis weit in die Nachkriegszeit hinein ihrem Lande gedient. Von uns Schwestern hat nur eine geheiratet; aber alle haben ihrem Leben einen reichen Inhalt zu geben gewusst, in ehrenamtlicher mit größter Treue ausgeübter sozialer Betätigung, im Lehrberuf oder in der Führung des elterlichen, später schwesterlichen Haushalts. Und unser Vater hat lebhaften Anteil am Streben jeder einzelnen genommen. Er hat unser Sehnen und Suchen verstanden, unsere Selbständigkeit unterstützt, uns geholfen und gedeckt auch da, wo wir ungewohnte Wege gingen. In den achtziger du neunziger Jahren waren Mädchen, die sich ohne äußere Not einer Ausbildung, einem Beruf widmeten, bösen Angriffen ausgesetzt. Daß mein Vater bei seinem hohen Alter der neuen Bewegung Verständnis entgegenbrachte, ist gar nicht hoch genug anzuschlagen."

Quelle: Adelheid Mommsen, Mein Vater. Erinnerungen an Theodor Mommsen, 3. Auflage, München 1992
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aus: www.garding.de

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Ich habe diesen Beitrag in erster Linie reingesetzt, weil ich bis gestern Abend gar nicht gewußt habe, wer denn eigentlich der erste deutsche Literaturnobelpreisträger war...(Asche über mein Haupt)...für eine Buchhändlerin tatsächlich eine peinliche Erkenntnis...nun weiß ich es!
Um jenem Ersten einer langen Reihe von Preisträgern gebührend Respekt zu zollen, habe ich mich für einen etwas ausführlicheren Beitrag entschieden...

Gipsy



Gipsy, 18.08.2008 12:13
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